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Kreppein, Ulrich (Komponist:in)
Charim, Alexander (Autor:in)

Caligari

Musiktheater
Oper

Werkangaben: Musiktheater nach dem Film „Das Cabinet des Dr. Caligari" in 24 Szenen und einem Zwischenspiel
Originalsprache: Deutsch
Besetzung: 2D, 7H
Besetzungshinweis: 7 Sängerinnen und Sänger (Sopran, Countertenor, der auch Baritonstimme hat, 2 Tenor, 2 Bariton, 1 Bass), 1 Schauspielerin, 1 Schauspieler, Chorsoli, Chor und Elektronik
Instrumentierung: 3 Flöten, 2 Oboen, 3 Klarinetten, 2 Fagotte, 4 Hörner, 3 Trompeten, 3 Posaunen, Akkordeon, Klavier, Percussion (3 Spieler), Streicher (min. 8-7-5-4-3)

Bstnr/Signatur: TP 0890
Dauer: 110 min, abendfüllend

Aufführungsgeschichte:
Uraufführung: 19. September 2026, Landestheater Coburg

In TTX seit: 25.09.2026

Auf einem Jahrmarkt in einer deutschen Kleinstadt präsentiert der mysteriöse Dr. Caligari seine sensationelle Attraktion: den Somnambulen Cesare, der die Zukunft voraussagen kann. Die Freunde Franzis und Alan lassen sich aus Neugier auf das unheimliche Spektakel ein – mit fatalen Konsequenzen. Kurz darauf wird Alan tot aufgefunden und Francis versucht fieberhaft, die Täter*innen zu entlarven. Steckt Dr. Caligari selbst hinter dem Verbrechen oder liegt die Wahrheit noch tiefer verborgen?
"Das Cabinet des Dr. Caligari" (1920) gilt als Meilenstein der Kinogeschichte. In seiner surrealen, albtraumhaften Handlung verschwimmen Wahn und Wirklichkeit, während Machtmissbrauch, Manipulation und die totale Unterwerfung des Individuums auf beklemmende Weise erfahrbar werden. Ulrich Kreppein und Alexander Charim schreiben über Ihre Adaption dieses Stoffes: Caligari erkennt die Angst, verstärkt sie und verwandelt sie in Manipulation und Chaos. Cesares Morde beseitigen keine Feinde, sie verstärken die allgemeine Paranoia. Gewalt wird zur Botschaft. Und doch endet die Bewegung nicht bei Caligari. Hinter Cesare steht Caligari, hinter Caligari der Arzt, hinter jeder Instanz scheint sich eine weitere zu verbergen. Macht erscheint als unendliches Spiegelkabinett, als paranoide Architektur. Die Erzeuger der Angst handeln selbst aus Angst, Demütigung und Erniedrigung. Herrschaft wird zum Versuch, die eigene Ohnmacht in Macht zu verwandeln … „Caligari“ ist der Versuch einer Horroroper. Der Versuch, der unsicheren Weltlage ein Erlebnis zu geben – nicht zu mahnen oder zu predigen, sondern die Erfahrung selbst Form werden zu lassen. Wir erzählen „Caligari“ nicht als Geschichte des Wahnsinns, sondern als Anatomie einer Gesellschaft, in der Angst zum politischen Prinzip wird. Vielleicht liegt darin die eigentliche Aktualität des Stoffes: Wir sehnen uns nach dem Herrscher und zugleich nach seiner Vernichtung.

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