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Tremblay, Larry

Keine Rolle mehr
(Coup de vieux)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer:in(nen): Poschmann-Reichenau, Gerda

Besetzung: 3D, 3H (1 Darst.)

Aufführungsgeschichte:
UA 16.1.2024 Théâtre du Trident in Koproduktion mit dem Centre du Théâtre d’Aujourd’hui im Grand Théâtre de Québec, Montréal

In TTX seit: 31.10.2026

Am Ende ihres Lebens wissen Lucie, William, Pierre, Adèle und Géraldine nicht mehr so recht, wie sie ihre Zeit füllen sollen. Zwischen Klarheit und Fantasie schwankend, philosophieren sie, beklagen sich, ziehen Schlussfolgerungen, hören einander zu oder unterbrechen sich gegenseitig. Nichts verbindet sie, außer vielleicht das gemeinsame Älterwerden und die kurzen, aber großartigen Momente des Lebens, die ihnen noch bevorstehen. Von den kleinsten Details bis hin zu den größten Obsessionen sind diese seltsamen Menschen bereit für die Zeit der Geständnisse.

Larry Tremblay setzt seine Erkundung der blinden Flecken der westlichen Gesellschaft mit einem Stück über das Alter fort. Unter dem Blick von Clovis, einem beunruhigenden Clown, der wie der Sensenmann umherstreift, befinden sich Pierre, Lucie, William, Adèle und Géraldine „im Herbst ihres Lebens“. Als Intellektuelle, die sich in lockeren Gesprächen austauschen, sprechen sie über ihre verstorbenen Partner, ihre orientierungslosen Kinder und ihre hochbegabten Enkelkinder. Angstvoll bringen sie das Ende einer Welt und den Beginn einer neuen zum Ausdruck, sprechen von Migrationsbewegungen und Klimakatastrophen und schwanken zwischen Verwirrung und Klarheit, Urteil und Weisheit, Trauma und Resilienz. Mit einem Hauch von Beckett, manchmal abscheulich und oft liebenswert, ziehen die Alten Bilanz. Indem sie sich, zunächst komisch, dann aber sehr bewegend, mit ihrem eigenen Ende auseinandersetzen, vermitteln sie den Verfall von Körper und Geist, Bedauern und Reue, den Wunsch zu sterben und den Durst nach Leben.

„Ein beunruhigendes und äußerst verstörendes Werk ist dieses neue Stück von Larry Tremblay, dessen Schaffen sich seit jeher durch Komplexität und Finesse auszeichnet.“
– Raymond Bertin, Zeitschrift Jeu

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