<
Steinherr, Ludwig

Gabriela oder Der weisse Gott vom Rio de la Plata

Sprechtheater
Schauspiel

Dekorationshinweis: 1 Dekoration
Besetzung: 2D, 1H

In TTX seit: 01.07.2026

Geli und Julia treffen in der Villa ihrer Eltern aufeinander. Der Vater ist bereits tot, die Mutter, eine ehemals erfolgreiche Kinderpsychologin, liegt im Sterben. Die beiden Schwestern sind charakterlich sehr unterschiedlich, sie haben völlig andere Lebenswege eingeschlagen. Julia ist erfolgreiche Rechtsanwältin und lebt ein Vorzeigefamilienleben. Geli ist Single, hat keine Kinder und befindet sich beruflich in einer Umbruchphase. Geli empfand sich Julia gegenüber bei den Eltern stets als benachteiligt. Insbesondere der Vater, Techniker und Manager bei Mercedes, soll Julia immer bevorzugt haben, für Geli hat er sich nie wirklich interessiert. Und Geli fühlt sich lediglich als „Versuchskaninchen“ der therapeutischen Theorien ihrer Mutter, während Julia den Vater idealisiert. Nebenbei wird klar, dass die Ehe der Eltern starke Krisen durchlebte, weshalb der Vater in den Siebzigern für drei Jahre allein als Manager bei Mercedes-Argentinien arbeitete – zur Zeit der Militärdiktatur.

Die Situation wird durch die Ankunft des jüngsten Bruders Tom verkompliziert. Tom hat soeben einen Afghanistan-Einsatz wegen der Mutter unterbrochen. Er schockiert Julia mit dem Wunsch, die Villa, die für ihn nur „Guantanamo“ war, möglichst rasch zu verkaufen. Tom enthüllt Julia zudem, dass der zum „weißen Gott am Rio de la Plata“ stilisierte Vater in Argentinien eine Geliebte hatte, Gabriela, und die Familie verlassen wollte. Nur unter Zwang durch seine Frau kehrte er zurück. Denn obgleich der Vater der Familienstar war, besaß die Mutter doch die Macht und manipulierte ihre Umgebung schonungslos.

In dieser Situation ruft das Hospiz an und teilt mit, dass es der Mutter nun massiv schlechter gehe und dass eine Person bei ihr übernachten könne. Keines der Kinder findet sich hierzu bereit, stattdessen öffnet Tom nun eine Flasche Whisky und fordert die Schwestern zum Mittrinken auf. Unter dem Einfluss des Alkohols wird die Atmosphäre aggressiver. Tom erhebt immer schwerere Vorwürfe gegen den Vater, bis Julia der Kragen platzt. Tom erklärt, ein dunkles Geheimnis zu kennen, will dieses aber nur präsentieren, wenn Julia mit ihm Whisky trinkt. Diese weigert sich zwar zunächst, schließlich trinkt sie trotz Gelis Warnung mit.

Als Manager in Argentinien habe sich der Vater bei einem Offizier der Junta über Gewerkschafter im Werk beklagt, die darauf verschwunden seien. Vermutlich im Folterkeller und getötet. Julia schlägt sich auf die Seite des Vaters. Schwer betrunken erklärt sie, sie werde ihre Geschwister auszahlen und wolle sie dann nie wiedersehen. Ein Taxi bringt sie nach Hause.

Tom und Geli bleiben zurück. Tom erklärt, den „echten Hammer“ habe er Julia verschwiegen: nicht nur die Gewerkschafter seien verschwunden, sondern am selben Tag auch Gabriela, die der Junta schon länger verdächtig war. Tom ist sicher, dass der Tipp entweder von der Mutter kam, um den Vater zur Rückkehr zu nötigen, oder indirekt vom Vater selbst, weil Gabriela ihm mit ihren Ansprüchen lästig geworden war. Geli glaubt Tom kein Wort mehr und unterstellt ihm, alles aus Hass gegen die Eltern erfunden zu haben. In dem Moment ruft die Ärztin des Hospizes an und teilt Geli den Tod der Mutter mit. Die Ärztin hat ihr noch etwas gesagt: Die Mutter habe im Sterben mehrmals den Namen „Gabriela“ gemurmelt

Wenn Sie sich als Nutzer registrieren, können Sie hier online Ansichtsexemplare beim Verlag anfordern.


Vertrieb:

PER H. LAUKE VERLAG e.K. - Theater*Film*TV*Radio
Deichstr. 9
20459 Hamburg
Telefon: 040 - 300 66 780
Telefax: 040 - 300 66 789
lv@laukeverlag.de
www.laukeverlag.de
Mitglied im VDB

Verlagsportrait auf theatertexte.de
Bezugsbedingungen des Verlags