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Valensi, Samuel / Forget, Paul-Eloi

Made in Germany
(Made in France)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer:in(nen): Langner, Kim

Dekorationshinweis: Wechseldek.
Besetzung: 3D, 2H
Besetzungshinweis: 3D - 2H - 1 Schlagzeuger*in

Aufführungsgeschichte:
UA: 09.03.2025, Théâtre de Belleville, Paris
Frei zur DSE

In TTX seit: 02.07.2026

Nach all der Zeit, die er hinter Gittern darauf gewartet hat, ist es endlich soweit: Emil darf in den offenen Vollzug wechseln. Sein Plan: Sich durch gutes Benehmen empfehlen und bald zu seiner kleinen Familie zurückkehren. Als Emil jedoch im Stahlwerk ankommt, wo er als Reinigungskraft anfangen soll, erfährt er, dass die Fabrik geschlossen werden soll. So kurz vor dem Ziel aufgeben? Ausgeschlossen. Bei einer Rückkehr in die JVA droht Emil darüber hinaus die Rache seiner Mitgefangenen, gegen die er nach einem Übergriff ausgesagt hat.

Im Durcheinander, verursacht durch die angesichts der drohendenen Schließung aufgebrachten Mitarbeiter, hält der Chef der Fabrik Emil für einen Vertreter des Mutterkonzerns, dessen Kommen er sehnsüchtig erwartet. Und eine Journalistin, die vorort ist, um über das Chaos zu berichten, hält Emil irrtümlicherweise für den Arbeitnehmervertreter der Fabrik. Emil wittert seine Chance. Um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, muss er die Fabrik, seine Kollegen und vielleicht sogar das ganze Land retten... Unwillkürlich wird er in eine ebenso verrückte wie improvisierte Widerstandsbewegung verwickelt, in der er – je nachdem, mit wem er es gerade zu tun hat – verschiedene Rollen spielt. Als Forrest Gump der Industriepolitik ist er plötzlich an jeder wichtigen Entscheidung beteiligt und kämpft dabei gegen unsichtbare globale Machtverhältnisse.

MADE IN GERMANY entwirft in der Form einer bitteren Farce das Panorama einer Gesellschaft im Zustand fortgeschrittener politischer und industrieller Erosion. Mit Witz und Intelligenz stellt es die Frage, ob unter den Bedingungen spätkapitalistischer Fragmentierung überhaupt noch Solidarität oder gar ein gemeinsames politisches Subjekt denkbar ist – und ob Theater heute noch ein Ort sein kann, an dem sich dieses Begehren artikuliert.

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Anmerkung zum Titel:

Dem ursprünglichen Titel "Made in France" zum Trotz ist das Stück nicht an einen spezifisch nationalen Kontext gebunden; vielmehr werden grundlegende Dynamiken moderner Industriegesellschaften verhandelt. Vor diesem Hintergrund haben Autoren, Übersetzerin und Verlag gemeinsam entschieden, den Text bewusst in einen deutschen Kontext zu übertragen. Die Verschiebung des Schauplatzes versteht sich als Fortsetzung der im Stück angelegten Universalität.

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