Das Stück beginnt in der lebendigen schwulen Subkultur Anfang der 1930er Jahre. Ein zentraler Schauplatz ist das Berliner Lokal „Lila Ratte“, ein Ort der Freiheit und des Flirts, an dem Homosexualität trotz des bestehenden Paragraphen 175 gesellschaftlich geduldet wurde. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten und insbesondere nach der Mordserie im Rahmen des „Röhm-Putsches“ 1934 ändert sich die Lage drastisch. Die Freiheit weicht einer Atmosphäre aus Verrat, Angst und systematischer staatlicher Gewalt, die schließlich zu makabren medizinischen Versuchen und ins KZ führt, wo die schwulen Gefangenen von der Familie des jungen Lagerarztes begafft werden wie Tiere im Zoo und Zwangsarbeit und Gewaltexzesse viele Gefangene mit dem „rosa Winkel“ das Leben kosteten.
Da Homosexualität in Deutschland noch lange nach 1945 unter Strafe stand, gibt es heute nur wenige Berichte von schwulen Überlebenden des Dritten Reichs. Einer davon stammt von Rudolf Brazda, der das KZ Buchenwald überlebte. Seine und andere Erfahrungen sind die Grundlage von LIEBE MACHT FREI: ein Text, der in Zeiten, da LGBTQ-Rechte von radikalen Populisten dies- und jenseits des Atlantiks erneut bedroht werden und Veranstalter von CSDs in ländlichen Gegenden um ihre Gesundheit fürchten müssen, erschreckend aktuell ist.
Auf Wunsch mit der atmosphärischen Bühnenmusik von Olav Kröger spielbar.
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