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Placey, Evan

Mädchen wie die
(Girls Like That)

Sprechtheater
Jugend, Schauspiel
ab 14 Jahren

Übersetzer:in(nen): Weigand, Frank

Werkangaben: von Evan Placey / Deutsch von Frank Weigand
Originalsprache: Englisch
Besetzung: 6D

Bstnr/Signatur: 5921
Dauer: abendfüllend

Aufführungsgeschichte:
UA: 12.07.2013, Birmingham Repertory Theatre
DSE: 16.09.2016, Theater Duisburg

In TTX seit: 13.07.2015

Mitten in der Geschichtsstunde, als die Lehrerin gerade über das Wahlrecht der Frauen spricht und die meisten Schülerinnen langsam wegdösen, wird es heller im Klassenzimmer der Mädchenschule St. Helens , die Handys blinken auf, es brummt und piept, alle Blicke wandern auf die Smartphones: ein Nacktfoto ist zu sehen, ein Foto der Mitschülerin Scarlett. Schnell sind alle wach, es wird weitergeleitet und geteilt, die Neuigkeit verbreitet sich wie ein Lauffeuer und innerhalb weniger Sekunden ist die gesamte Schule eingeweiht. Anstatt mit Scarlett zu sprechen, werden schnell weitere Vermutungen und Gerüchte über sie verbreitet. Die Angst, den eigenen Ruf zu ruinieren, lässt die Mädchen von Scarlett Abstand nehmen. Sie gehen sogar so weit, ihr vorzuwerfen, sie bringe mit ihrem Verhalten alle Mädchen in Verruf. Es dauert nicht lange und ein zweites Foto geht an alle Schüler raus: Wieder ein Nacktfoto, doch diesmal ist ein Junge zu sehen: der allseits beliebte Russell. Den Spießroutenlauf, den Scarlett hinter sich hat, steht Russell nicht bevor. Denn Russell ist ein Junge und das ist ein Unterschied, denn: "Ein Schlüssel, der eine Menge Schlösser aufkriegt, ist ein richtig guter Schlüssel. So ne Art Generalschlüssel. Aber ein Schloss, das eine Menge Schlüssel öffnen können, ist ein echt beschissenes Schloss." Doch Scarlett schlägt zurück und nutzt dabei die Stärke mehrerer Frauengenerationen ihrer Familie.

Evan Placey beschreibt mit direkten und ehrlichen Worten, wie grausam Kinder und Jugendliche werden können, wenn sie sich zu einer Gruppe formieren und ein gemeinsames Opfer gefunden haben. Placey stellt drei Frauengenerationen und die Verhältnisse, gegen die sie ankämpfen müssen, in den Vordergrund. Er macht schonungslos deutlich, dass die Kinder derer, die auf die Straßen zogen und sich für das Wahlrecht der Frau einsetzten, dieses Gemeinschaftsgefühl und die Stärke, füreinander einzutreten, verloren haben. Es ist kein ständiger Kampf mehr gegen chauvinistische Machtspielchen, aber ein erbarmungsloser Krieg untereinander, bei dem sich jeder gegenseitig das Leben zur Hölle macht und froh ist, wenn es den anderen trifft. In der Figur der Scarlett lässt Placey einen Hoffnungsschimmer durchblitzen, denn sie zeigt Rückgrat und behauptet sich gegen ein Meer von Mitläuferinnen. Im Zusammenhang mit der Uraufführung am Birmingham Repertory Theatre schrieb "The Guardian": "Das Stück sollte von vielen Jugendlichen gesehen werden. Und auch von ihren Eltern, die wahrscheinlich geschockt sein werden."

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