Ich, Magdalena
Sprechtheater
Schauspiel
Werkangaben: Solotheaterstück
Dekorationshinweis: Möglichst in einer echten Kapelle. Eine leere kleine Kirche, Bühnenbild ist nur der Altarraum, vorne noch zwei Bänke, verschoben, ein schräg hängendes Kruzifix über dem Altar, alles stark verstaubt, im Verfall. Licht fällt sparsam schräg durch ein gesprungenes Fenster. Links steht eine Marienstatue mit Kind auf dem Arm, gut erhalten, etwas naiv wirkende Kunst. Rechts eine weitere Heiligenstatue, unklar, um wen genau es sich handeln soll. Auf dem Altar ein Kerzenleuchter mit einem Kerzenrest, alte Wachsflecken, auf dem Fußboden Schuttreste und ein paar Scherben.
Besetzung:
1D
Besetzungshinweis: Magdalena:
Eine Frau etwa Mitte 30, etwas scheu, intelligent, scharfzüngig, emotional, enttäuscht.
Zusatzinformation: Ich, Magdalena“ zeigt mit ihrem Erscheinen in der Gegenwart einen provokativen und irritierenden, bisher nirgendwo sonst realisierten Blick auf eine und von einer Person, die oft dargestellt und interpretiert, aber kaum gehört wurde. Das Theaterstück gibt der Sünderin der Bibel, die als Hure beinahe gesteinigt wurde und sich unter dem Kreuz - wahnsinnig geworden - die Haare ausgerauft haben soll, ein neues Gesicht und eine wenig bekannte, aber wichtige Stimme: eine nachdenkliche, kluge Frau, die es innerlich zerreißt, weil die Kirche oft so wenig mit dem in Einklang zu bringen ist, was damals in Galiläa begann. Eine Zeugin der ersten Stunde, bis heute ungehört, weil nicht sein darf, was war: Sie war seine Geliebte, eine seiner Jünger.
Bstnr/Signatur: ich-magdalena/
Dauer: 70 min
Aufführungsgeschichte:
UA: 05.03.2027, Münster, Johanneskapelle
DE: 05.03.2027, Münster, Johanneskapelle
In TTX seit: 20.10.2026
In einer kleinen, verlassenen Kapelle begegnet Magdalena den stummen Zeugnissen einer zweitausendjährigen Überlieferung: Maria, Johannes, Paulus und dem Gekreuzigten. Sie spricht zu ihnen, konfrontiert sie, erinnert sich, zweifelt, ist wütend und verletzt – und blickt zugleich mit kritischer Distanz darauf, was aus ihrer Geschichte im Laufe der Jahrhunderte gemacht wurde.
„Ich, Magdalena“ gibt einer Frau ihre Stimme zurück – und stellt die Frage, wem eine Geschichte gehört, wenn andere sie über zweitausend Jahre lang erzählt haben.
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