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Arriaga, Juan Crisóstomo de (Komponist:in)

Die arabische Prinzessin oder: Das wiedergeschenkte Leben

Musiktheater
Kinder, Oper

Übersetzer:in(nen): Abu Zeid, Mohamad / Valdés Pablo / Caillat, Dominique undFourcassié, Cathérine

Werkangaben: Märchenoper in 2 Akten. Libretto von Paula Fünfeck. Konzept und musikalische Einrichtung von Anna-Sophie Brüning
Besetzung: 2D, 1H
Besetzungshinweis: Amirah, eine Prinzessin – Sopran
Jamil, ein Fischverkäufer – Tenor
Safah, Amirahs Lieblingsdienerin – Sopran
Die Großmutter – Sprechrolle (evtl. Sängerin der Safah als Doppelrolle)
Der Fremde/Schillernder Vergessensfürst – Sprechrolle (Doppelrolle)
Das Kind – Sprechrolle
Partymaus und Partylöwe – Solisten aus Pantomimengruppe (mit Sprechanteil)
'Meeresballett': Fische · Seeungeheuer · Möwen – Pantomimengruppe (kleine Kinder)
Hofstaat des Fürsten – Pantomimengruppe
Dienerinnen · Fischer · Fischverkäufer · Straßenkinder · Hochzeitsgesellschaft und Hofstaat
Instrumentierung: 2(II=Picc).2.2.2-2.2.3.0-Pk-Streicher
Bühnenmusik (optional aus dem Orchester):1.(Picc).2.2.2-2.2.1.0-Schl

Bstnr/Signatur: 1263
Rechtevertretung: Boosey & Hawkes Bote & Bock
Dauer: 90 min, abendfüllend

Aufführungsgeschichte:
Enstehung 2008
Uraufführung: 14.07.2009, Ramallah · Cultural Palace · François Abou Salem und Paula Fünfeck, Regie · Youth Orchestra of the Barenboim-Said Foundation · Children's choirs from Ramallah and vicinity · Anna-Sophie Brüning, Leitung

In TTX seit: 05.08.2026

Der Sohn eines armen Fischers will nichts lernen, alle Lehrer verzweifeln an ihm. Allerdings ist er so schön und seine Stimme klingt so lieblich, dass er trotz seiner bescheidenen Herkunft das Herz einer Prinzessin erobert. Denn die Rufe, mit denen er seine Plötzen, Heringe und Thunfischschwänze anpreist, klingen tausendundeinmal schöner als die prächtigsten Schluchzer des Hofsängers, und wer hören muss, der will auch sehen. Die Prinzessin sieht den Fischer, und als sie ihn erst gesehen hat, kann sie nur noch fühlen. Ihn zu betrachten, der vollkommenen Anmut seiner schlichten Gesten, mit der er ohne den Anflug von Eitelkeit seinem schlichten Tagewerk nachgeht, das zerreisst der Sultana das Herz vor Verlangen, und sie beschliesst, diesen Jungen koste es was es wolle zu einem Prinzen zu machen und zum Mann zu nehmen. Jedoch nicht alles lässt sich so leicht nehmen wie ein Stück Halva: Grosse Abenteuer und manch schmerzhafter Lernprozess stehen beiden Liebenden bevor, ehe sie dauerhaft zueinander finden.

Für dieses erste Opernprojekt der Barenboim-Said Foundation ein Libretto in Auftrag zu geben, aber keine neue Komposition – statt dessen griff man auf bereits existierende Musik des spanischen Komponisten Juan Crisóstomo de Arriaga (1806–1826) zurück und stellte aus einigen seiner Werke ein Opernpasticcio zusammenzustellen. Darin wurde traditionelle arabische Musik integriert, gespielt von Musikern aus der Region. Die Musik des mit 19 Jahren verstorbenen, gerne als 'spanischer Mozart' bezeichneten Arriaga ist besonders unter Streichern wegen seiner herrlichen Quartette geschätzt. Weniger bekannt ist seine Sinfonie und gänzlich ungespielt sind seine Gesangsszenen, Chorstücke und kleinen Gelegenheitskompositionen, die bis in die jüngste Zeit nur als Autographe zur Verfügung standen und die wir für diese Oper eingerichtet haben. Die Fundación Vizcaina Aguirre hat uns hierbei großzügig unterstützt. Arriagas Musik eignet sich für dieses Projekt hervorragend. Sie ist – gleich der Mozarts – für Jugendliche wie für Erwachsene unmittelbar zugänglich und leicht faßlich, dabei aber von höchstem Niveau. Mit Arriaga kommt darüber hinaus die so wichtige spanische Komponente in unser Spiel. Auch wenn aus späterer Epoche stammend, symbolisiert sie doch das Land, in dem bis zum Ende des 15. Jahrhunderts die drei monotheistischen Religionen friedlich und im Dialog nebeneinander existierten. Ein Dialog, der heute dringender denn je gefordert ist, und zu dem wir mit unserem Projekt beitragen wollen.

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