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Thomas, Dylan

Ünner den Melkwold
(Unter dem Milchwald / Under Milk Wood)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Fried, Erich
Bearbeiter: Cyriacks, Hartmut / Nissen, Peter

Werkangaben: von Dylan Thomas / Deutsch von Erich Fried / Niederdeutsch von Hartmut Cyriacks & Peter Nissen
Originalsprache: Englisch
Mundart: Niederdeutsch
Besetzung: 35D, 33H (10 Darst.)
Besetzungshinweis: 1 Kind

Bstnr/Signatur: SP 10598
Rechtevertretung: Originalrechte bei Theater-Verlag Desch GmbH
Dauer: abendfüllend

In TTX seit: 13.11.2021

Unter dem Milchwald liegt das walisische Dorf Llareggub im Schlaf. In seiner trunkenen Sprache lauscht Dylan Thomas den Bewohnern des Küstenortes ihre Träume ab. Der Kapitän, der Briefträger, die Krämerin, der Totengräber, die Pensionswirtin, der Organist, der Bäcker, der Pastor, die Lehrerin, das Dienstmädchen, die Schulkinder, die Lebenden wie die Toten: Sie alle tag- und nachtträumen von geheimen und offenen Sehnsüchten, belauschen Selbstgespräche, brechen Briefgeheimnisse, phantasieren Giftmorde, vernehmen Stoßseufzer unerfüllter und erfüllter Liebe, lassen sich von den Liedern der Kinder in ihre Erinnerung zurücktragen.

Hört man "Unter dem Milchwald", diesem Spiel für Stimmen, des walisischen Dichters Dylan Thomas nur von Weitem zu, könnte man es für ein pittoreskes Stück über eines langen Kleinstadt-Tages Reise in die Nacht halten. Doch liest man den Ortsnamen von hinten nach vorn, wird aus Llareggub "Bugger, all!", was man noch am anständigsten mit "Alles Aasviecher!" übersetzen könnte, und man bekommt eine Ahnung von dem lebenssatten Humor, der diese Dichtung durchtränkt.

Mit seiner wuchernden, poetischen Sprache, die auch in der deutschen Übersetzung von Erich Fried ein Ereignis ist, setzt Thomas den verhunzten Einwohnern von Llareggub ein Denkmal. Ein großartiges Gespinst aus banaler Realität, überbordender Lebenslust und trotziger Schwermut. Ein Frühlingstag im Leben einer walisischen Kleinstadt und ein Stück über das Leben überhaupt.

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