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Larsson, Stig

Auf einen Sprung
(V.D.)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Scherzer, Jörg

Originalsprache: Schwedisch
Besetzung: 2D, 3H

Bstnr/Signatur: 1540

Aufführungsgeschichte:
UA: 18.09.1987, Dramaten, Stockholm; R: Stig Larsson (83 Aufführungen vor vollem Haus)

Fernsehfilm: 1988, Sveriges Television (Titel: Punk); Drehbuch/ Regie: Stig Larsson

Finnische EA: FI-Helsinki; Dänische EA: DK-Kopenhagen; SE: 14.01.1992, Théâtre du Grütli, CH-Genf; R: Frederick Neumann

Hörspiel („Der Chef“): 12.09.1994, Hessischer Rundfunk (69‘30‘‘); R: Walter Adler; Sprecher: u.a. Rufus Beck und Sylvester Groth; 17.06.18, 21:05, Wh, NDR Info

Amerikanische EA: 1999, Hudson Avenue Theater, USA-Hollywood; R: Vaughn Thomas Munshower; Englische EA: UK-London; Rumänische EA: 21.05.15, Teatrul de Comedie, RO-Bukarest; R: Vladimir Anton
Frei zur DSE

In TTX seit: 31.08.2018

Ein Stück über die perfiden Mechanismen von Macht und Hierarchie.
„Die Distanz zwischen uns ist viel zu groß“, begründet Direktor Sven seine unerwartete Stippvisite in Hans‘ und Annas Wohnung. Sven, Hans’ Chef, möchte die beiden etwas näher kennenlernen. Doch nach anfänglichem, zaghaften Smalltalk über die Arbeit im Allgemeinen nimmt das Gespräch eine unerwartete Wendung: Das Interesse des Chefs macht auch vor privaten Dingen keinen Halt. Unverhohlen nutzt er seine Stellung und damit einhergehende Machtposition aus und erzeugt eine experimentelle Versuchsanordnung, in der die beiden nur mehr als Statisten fungieren und gegeneinander ausgespielt werden. Bald ist Anna bereit, sich für einen Tausender vor den Augen ihres Freundes für den Chef auszuziehen; während kurze Zeit später Hans für dieselbe Summe den Tanzbären spielt. Als Hans’ etwas verwahrloster Bruder Tage und seine Freundin Lena auftauchen, versucht Sven mit ihnen das gleiche Spiel. Tage zeigt sich allerdings recht unbeeindruckt von Svens Machtgebärden, dreht den Spieß zunächst einmal um und bedroht den Störenfried.
Frauen (doch auch Männer) haben täglich mit ungleichen Machtverhältnissen zu kämpfen – das wurde uns durch die #metoo-Debatte schmerzlich vor Augen geführt. Stig Larsson hat mit diesem Stück, das immer wieder auch absurde Kapriolen schlägt, bereits vor 30 Jahren ein schockierendes Licht auf unsere patriarchale Gesellschaft und die darin sich trotz Gleichbehandlungs- und Gewaltschutzgesetzen etabliert habende (Arbeits- und Entscheidungs-)Hierarchie geworfen.

„Stig Larsson hat eine Sprache, die Wahrnehmungen und Geschehnisse sowohl sachlich vermerkt als auch beständig zu Bildern verdichtet; in ihrer Ruhe und gleichzeitigen Gewalttätigkeit entwickeln seine Texte so eine untergründige und suggestive Kraft.“ (Ammann Verlag, Zürich, 1989)

„Stig Larsson’s instinct for psychological and emotional violence has been compared with Strindberg and Ingmar Bergman.“ (Bloomsbury, Methuen Drama, London/ Oxford, 1996)

“This cheery couple likes to role-play – Father Confessor and nubile sinner, for example. However, when Steven, the all-powerful CEO of John’s company, darkens their door, all of John and Anna’s repressed kinkiness erupts to the surface before you can say ‘running dog lackey of the bourgeoisie. Larsson’s play strives to be a shocking parable on the dangers of rampant capitalism […]. The initially stiff performers eventually warm to their task, particularly after John’s drug-addled brother and his sexy girlfriend arrive on the scene.” (articles.latimes.com, Kathleen Foley, 04.06.99)

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