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Strindberg, August / Bruns, Alken

Mittsommer
(Midsommar)
Ein ernstes Lustspiel in sechs Bildern

Sprechtheater
Schauspiel

Besetzungshinweis: Besetzung variabel

In TTX seit: 02.12.2022

Sechs Jahre hat Ivar, der Sohn des Gärtnereiverwalters Lundberg, in Deutschland studiert und das Studium noch immer nicht beendet. Es soll ihm einmal besser gehen als den Eltern, deshalb haben sie ein Studium ermöglicht. Allerdings legt Ivar nach Jahren im Ausland Manieren und einen Hochmut an den Tag, die den Eltern missfallen. Andere halten ihn schlicht für unerträglich. Ivars Cousine Luise vermutet, ein »böser Geist« sei in ihn gefahren. Und Julius, der zweite »Mann« in der Gärtnereiverwaltung und zukünftiger Verlobter von Luise, nimmt Ivar in Schutz; vielleicht sei dieser einfach nur unglücklich. Seit Ivars Rückkehr dreht sich alles um ihn.

Strindbergs »Mittsommer« ist das Zeugnis einer neuen Zeit: Bildung ermöglicht Klassenaufstieg, Arbeit Wohlstand, der neue Adel ist der des Verstandes. Wie schon in anderen Stücken diskutiert August Strindberg die Frage nach der Natur des Menschen, nach der Schicksalhaftigkeit eines menschlichen Lebens oder der Möglichkeit von Wandel und Vergebung. Wenn es im griechischen Drama die Götter sind, die das Schicksal des Menschen bestimmen, so sind es in Strindbergs Stück die Menschen selbst, die das Schicksal ihrer Mitmenschen in diesem Stationendrama prophezeien oder lenken. Die eigene Mutter wünscht Ivar ein Unglück, das ihn aufwecke aus seiner Selbstsucht. Derweil der Vater bereits Strippen gezogen hat, um dem Sohn eine Lehre zu verpassen. Hinzu kommt der Graf, selbst früher ein »schlechter« Mensch und heute, nach einem schweren Schicksalsschlag, gütiger Strippenzieher. Ivars Umfeld macht es sich zum Spiel, den jungen Mann, den Ungläubigen und Entwurzelten, zu läutern. Ivar gibt den Figuren Anlass, über das richtige Leben, die richtigen Werte zu diskutieren. August Strindbergs »ernstes Lustspiel« – ein detail- wie figurenreiches Panorama einer Gesellschaft im Umbruch zwischen Tradition und Moderne – wurde selten übersetzt und in Deutschland gespielt. Die Krise im Umbruch, die Suche nach moralischer Orientierung prägen »Mittsommer«, das eine Entdeckung für das zeitgenössische Theater wert ist.


DER WACHTMEISTER Sag’s doch …, den Wein, das Lob der Frau, die Freiheit und der ganze Kram … das haben wir eingetauscht gegen etwas Ernst, Pflicht, Arbeit, einen gesunden Körper, Eigenheime, Gesundheitswesen, Altersversorgung, Kinderschutz …

IVAR Ihr seid so schrecklich ernst geworden – und langweilig!

DER WACHTMEISTER Für dich und deinesgleichen! Aber das Leben ist nicht so lustig, und es zu Ende zu leben, ist eine große Kunst! ---

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