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Albee, Edward

Alles vorbei
(All over)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Braun, Pinkas

Besetzung: 4D, 6H

Aufführungsgeschichte:
UA 1961 New York, DSE 06.01.1972 Münchner Kammerspiele

In TTX seit: 15.02.2003

Ein Mann liegt im Sterben. Seine Ehefrau, die beiden erwachsenen Kinder, seine langjährige Geliebte und sein bester Freund, wiederum ein Ex-Liebhaber seiner Frau, haben sich im Zimmer versammelt - eine explosive Konstellation in einem tragischen Moment. Doch anders als man meinen sollte, wissen die beiden Frauen die Distanz zu wahren, sie verstehen sich sogar ausnehmend gut. Nur in dem Punkt, wer über die Beerdigungszeremonie bestimmen darf, sind sie uneinig. Ansonsten herrscht in Erwartung des Todes nüchterne Gelassenheit vor. Ganz anders als bei dem Sohn und der Tochter, die ein "Leben in Abwehrstellung" führen: Konfrontiert mit dem Vorwurf, es nur zu einer unbedeutenden, nichtssagenden Existenz gebracht zu haben, ist ihre Stimmung gereizt, mitunter aggressiv. Sie sehnen das Ableben des Vaters herbei. Endlich würden sich die Familienbande lösen, endlich wären sie frei. Womöglich hätte auch die "Sitte des Hauses", dass man am Ende eines Streits immer an den Ausgangspunkt zurückkehrt, ein Ende.
Verdammt zum Nichtstun, rekapitulieren die Versammelten Abschnitte ihres Lebens, beiläufig die einen, erregt bis zum Verstummen die anderen: der beste Freund, der seine Frau in die Psychiatrie einweisen ließ; die Geliebte, die sich nach den Ritualen, wie sie eine Ehefrau erlebt, sehnte; die Tochter, die von ihrem Mann geschlagen wird. Je länger das Sterben dauert, desto stärker wird auch die Angst vor der Endgültigkeit. Dagegen reden sie an, bis die Ehefrau die erdrückende Fatalität in ein echtes Gefühl zu verwandeln mag.

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