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Ossowski, Leonie

Stern ohne Himmel

Sprechtheater
Jugend

Bearbeiter:in(nen): Oeljeklaus, Karin

Besetzung: 1D, 9H
Besetzungshinweis: Statisterie

In TTX seit: 21.10.2021

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges entdecken Ruth, Willi, Zick, Paule und Antek in einem zerbombten Haus einen Vorratskeller voll mit Lebensmitteln. Es wird ihr geheimer Treffpunkt, wo sie die magere Kriegsverpflegung aufbessern. Aber das Geheimnis wird entdeckt: Abiram, Jude, fünfzehn Jahre alt, gerät auf seiner Flucht aus dem Konzentrationslager in die Versammlung und die Freunde müssen entscheiden: sollen sie der verordneten Pflicht genügen und Abiram anzeigen – oder folgen sie ihrem Gefühl und verstecken ihn.
In diesen letzten Kriegstagen eskaliert sowohl die „pflichtgetreue“ Bereitschaft zum Mord wie auch Widersprüche und Bereitschaft zum Neubeginn sich abzeichnen: Antek möchte so gerne für das „Vaterland“ sterben – aber er beginnt zu begreifen, dass dieses „Vaterland“ die Ermordnung von Abiram will und handelt als Freund. Außerdem: Dieses „Vaterland“, so muss er wohl seinen Lehrer verstehen, gibt es nicht mehr. Ruth sieht, wie die Flüchtlingstrecks vorüberziehen – und käme nicht im Traum darauf, das potenzielle Stigma von „Flucht und Vertreibung“ nur „Deutschen“ als eine Art „Adelsprädikat“ zu zuzubilligen.
In diesen letzten Kriegstagen dämmern Bilder davon auf, wie Menschenrechte lebbar sein könnten – und welche Gewalt sie jederzeit annulliert: In der von Leonie Ossowski skizzierten Situation versteht sich die nationalsozialistische Herrschaft nicht mehr „wie von selbst“, sie wirkt schon in Verhaltensmustern fort.

Leonie Ossowski, vielfach ausgezeichnete Autorin von Stücken, Romanen und Drehbüchern, war 1945 selbst eine „Vertriebene“ und kämpfte u.a. mit größter Entschiedenheit gegen Herbert Czaja (CDU, Vorsitzender des Bundes der Vertriebenen 1970-1994), der ein „Deutschland“ in den Grenzen von 1937 wollte und damit die „Reichsbürgerpositonen“ – auch des 21. Jahrhunderts – vertrat.

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