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Dopler, Teresa

Das weiße Dorf

Sprechtheater
Schauspiel

Originalsprache: Deutsch
Besetzung: 1D, 1H (2 Darst.)

Bstnr/Signatur: 2518

Aufführungsgeschichte:
UA: 24.04.2020 Heidelberg, Theater und Orchester der Stadt

In TTX seit: 06.06.2019

Ruth und Ivan möchten im nächsten Sommer in das weiße Dorf. Nichts Schöneres könnten sie sich gerade vorstellen, als in diesem anscheinend vollkommenen Ort im Süden Spaniens wieder nebeneinander zu stehen. So wie jetzt, an der Reling des Kreuzfahrtschiffes mitten auf dem Amazonas. Die zwei (früher einmal) Verliebten sind eigentlich mit ihren jeweils neuen Partnern unterwegs – die allerdings nur in höflichen Erzählungen vom optimalen Beziehungsglück auftauchen. Sie alle wollen hier dem kalten Winter entfliehen, irgendwohin, wo der Service stimmt. Man lässt das exotische Panorama an sich vorbeiziehen und es wird viel gelacht.
Zufällig sind Ruth und Ivan sich an Deck wieder begegnet. Als sie noch sehr jung waren, hatte Ivan Ruth zurückgelassen für einen Karrieresprung in die USA. Ruth trat dann ihre erste Stelle in Zürich an – oder war es Wien oder München? „Du hast Recht, es ist ein gutes Zeichen, wenn man schnell vergisst.“ Erstaunlich jung sind sie noch immer – und dabei beide so gebildet und erfolgreich und so sympathisch und zufrieden, wie eigentlich alle an Bord dieses schwimmenden weißen Dorfes.
"Das weiße Dorf" ist ein komisch-trauriges Kammerspiel, das seine zwei Protagonisten in einem hermetischen Wortgerüst gefangen hält. Die zirkulierenden Dialoge sind wie ein Monolog mit zwei Sprechern, denn Ruth und Ivan sind beide eigentlich viel zu beschäftigt für romantische Träume. „Keine Zeit, keine Sehnsucht.“
„Man könnte sich Teresa Doplers Gespür für dichte Dialoge, die in wenigen Worten viel anklingen lassen, durchaus auch in einem thematisch konkreteren Stück vorstellen. Doch die formale Beschränkung, die sich die Autorin hier auferlegt hat, lädt Inszenierungen ein zu spannenden Tiefenbohrungen mit unterschiedlichsten Interpretationsansätzen. Denn über diesen Emotions-Zombies im Turbokapitalismus schwebt auch die Melancholie von Tschechow-Figuren, die spüren, dass ihnen die Kraft fehlt, aus der eigenen Lebenslüge herauszufinden.“ (Andreas Jüttner: „Laudatio zum Autor*innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2019“)

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