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Tretjakov, Sergej M.

Ich will ein Kind

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Aus dem Russischen neu übersetzt von Tatjana Hofmann

Besetzung: 8D, 18H
Besetzungshinweis: Mehrfachbesetzungen

Zusatzinformation: Sergej Michailowitsch Tretjakov
Sergej M. Tretjakov (1892-1937) war ein sowjetischer Schriftsteller und Exponent des russischen Futurismus und der Avantgarde. Tretjakov stand als Theoretiker und Praktiker im aktiven Austausch mit Sergei Eisenstein, Wladimir Majakowski, Bertolt Brecht und weiteren Exponenten der avantgardistischen Kunst der 1920er und 1930er Jahre. Walter Benjamin erwähnte ihn als ein Beispiel in seinem Vortrag „Der Autor als Produzent“ (1934).
Typisch für die vertrackte Rezeption des fast vergessenen Autors steht das Stück „Ich will ein Kind!“. Das russische Original hat Sergej M. Tretjakov 1926 bzw. 1927 verfasst. Dessen zweite Variante hat zwar Bertolt Brecht bearbeitet, doch fand es erst ab 1980 seinen Weg auf die Bühne, und das in der BRD – nicht in der Sowjetunion.
Im Jahr 1937 fiel Tretjakov dem Großen Terror in der Sowjetunion zum Opfer.
Dauer: abendfüllend

Aufführungsgeschichte:
Entstehungsjahr 1926
Frei zur UA

In TTX seit: 07.09.2020

Die Kulturfunktionärin Milda, eine Frau „neuen Typs“, sucht für ihre Schwangerschaft einen Erzeuger statt einen Lebenspartner. Kaum Mutter geworden, fährt sie weg. Als sie ihr Kind im Kinderheim besucht, trifft sie dort den Kindesvater wieder und ignoriert seinen Anspruch auf Miterziehung.
Diesen provozierenden und gleichzeitig anregenden Plot garniert der Autor mit Anspielungen auf den sowjetischen Alltag der 1920er Jahre sowie auf eine Vielzahl von Themen und Hypothesen aus Literatur, Kunst und Wissenschaft.
Heute, fast ein Jahrhundert nach seinem Entstehen, kann dieses Stück seine Aktualität vom zeitgenössischen Publikum prüfen lassen, reißt es doch Themen an, die nahtlos in heutige Debatten hinüberführen – weibliche Selbstbestimmung und Geburtenkontrolle, Gesundheitsfragen und Familienplanung, Pränataldiagnostik, Abtreibung und die Auseinandersetzung um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Trotz aller historischen und aktuellen Ernsthaftigkeit ist das Stück auch voller Komik und absurder Momente. Für manche Szenen könnte Daniil Charms Pate gestanden haben.

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