<
Kohout, Pavel

Die Henkerin
(Katyně)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Silke Klein

Besetzung: 2D, 16H

Bstnr/Signatur: 992

In TTX seit: 10.11.2020

Im Staat einer autoritären Demokratie soll die letzte Bastion von Männern dominierter Berufsausübung eingerissen werden. Lízinka, Tochter eines Philologen, die ihre Aufnahmeprüfung für die weiterführende Stufe des Humanistischen Gymnasiums nicht bestanden hat und auch durch alle Eignungsprüfungen zur Ausbildung in einem Handwerk gefallen ist, wird zum Studium an der Höheren Lehranstalt für Exekutionswissenschaft (Tarnname Höhere Lehranstalt für Ernährungswissenschaften, HÖHLE) angenommen. Ihre Meisterprüfung als Henkerin, Scharfrichterin, Vollstreckerin auf der Bühne der Aula im Ministerium für Hinrichtungswissen¬schaften, absolviert Lízinka mit sechs Gehilfen als Domina mit Zylinder und Peitsche. Zu klassischer und moderner Musik präsentiert sie die Show Strangulare humanum est, in der die verschiedensten Arten von Folter und Vollstreckung in historischen Kostümen pantomimisch vorgeführt werden. Lízinka besteht ihre Abschlussprüfung mit Bravour und wird vor dem geladenen Publikum vom Kommissionsvorsitzenden Professor Wolf umarmt und geküsst, der seinen Wissenschaftskollegen Dr. Tachecí, Vater von Lízinka, um sein Ja-Wort bittet. Zum allgemeinen Jauchzen wird ihr als Hochzeitsstrauß in Seidenpapier die abgeschnittene Schlinge des strangulierten Dozenten Schimssa überreicht.

Pavel Kohouts Theaterstück Die Henkerin ist eine Bühnenparabel, die mit den in den 60er- und 70er-Jahren berühmt gewordenen Mitteln des Absurden Theaters hantiert, wie sie vor allem die tschechischen Dramatiker Havel, Klíma und Kohout politisch wirksam eingesetzt haben. Kohouts Roman ›Die Henkerin‹ von 1978, erschienen in dreißig Ländern, war Ursache für die Ausbürgerung seines Autors. Die gegenwärtigen Entwicklungen zur Stärkung autoritärer Strukturen von Ländern selbst innerhalb der Europäischen Union machen die Bühnenparabel erneut bedenkenswert. Denn es sind die demokratisch getarnten Sprachregelungen, von denen die Gefahr antidemokratischer Verblendung ausgeht.

Werk auf Homepage des Verlags

Wenn Sie sich als Nutzer registrieren, können Sie hier online Ansichtsexemplare beim Verlag anfordern.


Vertrieb:

Jussenhoven & Fischer GmbH & Co. KG
Drususgasse 7-11
50667 Köln
Telefon: (+49) - (0)221-60 60 560
Telefax: (+49) - (0)221-32 56 45
Theaterverlag@jussenhoven-fischer.de
www.jussenhoven-fischer.de

Verlagsportrait auf theatertexte.de
Bezugsbedingungen des Verlags

An Mitglieder professioneller Theater senden wir die Stücke im PDF-Format. Texte, die nicht in elektronischer Form vorliegen, schicken wir per Post für zwei Monate zur Ansicht.

Freiberufliche Regisseure, Dramaturgen, Schauspieler, die wir nicht bereits aus der Zusammenarbeit kennen, werden gebeten, uns unaufgefordert Informationen zu geben (z.B. CV, Absichten mit dem gewünschten Text). Dann müssen wir nicht erst nachfragen und können die Texte, wenn möglich, gleich schicken.

Mit Theatern verbundene Dramaturgen, Regisseure, Schauspieler, die Texte an ihre private E-Mail-Adresse geschickt haben möchten, werden gebeten, uns zu informieren, für welches Theater sie die Stücke lesen wollen.

Amateurtheater, Freie Gruppen und Theater, die nicht im Bühnenjahrbuch stehen, fügen Ihrer Textbestellung bitte den aktuell und vollständig ausgefüllten Fragebogen bei, der per Link www.jussenhoven-fischer.de/kontakt abzurufen ist.

Ausbildungseinrichtungen können den Text gegen eine Gebühr bestellen, wenn Sie den Verwendungszweck angeben.

Theaterstücke, die über den Buchhandel erhältlich sind, verschicken wir in der Regel nicht zur Ansicht.

Zu privaten Zwecken können aus urheberrechtlichen Gründen grundsätzlich keine Stücke verschickt werden.