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Hellman, Lillian

Die kleinen Füchse
(The Little Foxes)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Samland, Bernd

Werkangaben: Stück in 3 Akten
Dekorationshinweis: 1 Dekoration
Besetzung: 4D, 6H

Bstnr/Signatur: 272

In TTX seit: 27.03.2003

Frühjahr 1900, eine Kleinstadt im Süden der USA. Oscar und Ben Hubbard und ihre Schwester Regina Giddens feiern mit dem Industriellen William Marshall aus Chicago den Abschluß eines Vertrages: gemeinsam werden sie im Süden Baumwollspinnereien errichten, um kostensparender und gewinnträchtiger zu produzieren. Die Hubbards bauen damit ihre wirtschaftliche Vormachtstellung aus, die sie als skrupellose Geschäftemacher in der Nach-Bürgerkriegszeit erringen konnten, als sie die alte Südstaatenaristokratie verdrängten und deren Plantagen übernahmen. Oscar hatte auch die verarmte Erbin der größten Plantage Lionette - Birdie - übernommen, als Ehefrau.

Von den Gewinnen erhofft sich Regina ein luxuriöses Leben in Unabhängigkeit von ihrem ihr inzwischen verhaßten Mann Horace. Allerdings hat die Sache einen Haken: Horace, der Orts-Bankier, aus Krankheitsgründen seit langem abwesend, hat noch immer nicht seine Bereitschaft erklärt, sich an dem Geschäft finanziell zu beteiligen; ohne seine Beteiligung aber droht das Geschäft zu platzen.

Regina schickt ihre Tochter Alexandra nach Baltimore, um den Gatten und Vater aus dem Krankenhaus heimzuholen. Als die Rückkehr sich verzögert, kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Regina und ihren Brüdern, die damit drohen, einen anderen Geldgeber einzuschalten und ihre Schwester auszubooten. Horace kehrt schwerkrank zurück. Er durchschaut die Habgier seiner Frau und ihrer Brüder und weigert sich, Teilhaber der geplanten Firma zu werden.

Oscars Sohn Leo, der in Horaces Bank tätig ist, bringt die Brüder auf die Idee, Wertpapiere aus dem Besitz von Horace zu "entleihen"; sie sollen statt der fehlenden 75.000 Dollar in die Firma eingebracht werden - aber als Anteil der Hubbards, womit Regina ausgeschaltet wäre. Damit fährt Oscar zu Marshall nach Chicago.

Horace entdeckt den Diebstahl, als er sein Testament neu aufsetzen will und klärt Regina über ihre Brüder auf, will jedoch nichts gegen sie unternehmen; er ist froh, daß Regina die Hände gebunden sind. Regina sieht sich um ihren Lebenstraum betrogen und fordert Horace zu einer Aussprache heraus, die einem Showdown gleicht. Horace erleidet einen Herzanfall, dem Regina ungerührt zuschaut, an dem er schließlich stirbt. Jetzt hat Regina ihre Brüder in der Hand. Sie fordert - gegen ihr Schweigen über den Diebstahl - einen weitaus höheren Gewinnanteil, als durch ihre Beteiligung gerechtfertigt, und erhält ihn. Aber sie verliert ihre Tochter Alexandra, die ihrer Mutter auf die Schliche gekommen ist und von nun an für das Recht der Schwächeren kämpfen will.

Gewinnmaximierung als dramatisches Movens. Mit diesem Stück hat Lillian Hellman nicht nur das bürgerliche Trauerspiel, das seit Lillo ("The London Merchant") auch immer Geschäftsdrama war, auf den amerikanischen Punkt gebracht; sie hat auch schon früh darauf aufmerksam gemacht, daß die Gewinnmaximierung Raubbau an Psyche und Umwelt ist; und sie hat mit Regina Giddens eine prototypische Figur geschaffen, mit der sich seit der Uraufführung 1939 Schauspielerinnen von Tallulah Bankhead über Bette Davis (im Film) bis zu Simone Signoret und Elizabeth Taylor (in einem Broadway-Revival) auseinandergesetzt haben.

Wie alle Neuübersetzungen der Stücke Lillian Hellmans folgt auch diese dem definitiven Text der Ausgabe der "Collected Plays".

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