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Prebble, Lucy

Extrem teures Gift
(A Very Expensive Posion)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer:in(nen): Raab, Michael

Werkangaben: "A Very Expensive Poison" by Lucy Prebble based on a book by Luke Harding
Dekorationshinweis: Wechseldek.
Besetzungshinweis: Bes. variabel

Aufführungsgeschichte:
UA: 20.8.2019, The Old Vic, London
DSE: 26.11.2022, Burgtheater Wien

In TTX seit: 16.09.2022

November 2006. Der russische Dissident und Ex-Geheimdienstler Alexander Litwinenko, soeben in Großbritannien eingebürgert, trinkt in einem Londoner Hotel eine Tasse mit radioaktivem Polonium vergifteten Tee und stirbt wenige Wochen später. Ein Foto von ihm kurz vor seinem Tod im Krankenhausbett, durch die Strahlenvergiftung kahlköpfig und ohne Augenbrauen, die Brust voller Elektroden, direkter Blick in die Kamera, geht um die Welt.
Dieses unverfrorene russische Attentat auf britischem Boden und seine Aufklärung durch die britischen Ermittlungsbehörden rekonstruiert der ehemalige Moskau-Korrespondent des Guardian Luke Harding in seinem Buch "Ein sehr teures Gift". Es zeigt, wie der Mord an Litwinenko die Morde an anderen Kreml-Kritikern vorwegnahm und wie jene Kette von Korruption und Tod direkt zu Wladimir Putin führt.

Obwohl Prebble in ihrer Adaption präzise Litwinenkos Vorgeschichte in Russland, seine wiederholten Begegnungen mit Putins Machtapparat sowie die Wege der Attentäter beleuchtet, ist das Stück alles andere als trockenes Dokumentartheater.
Ähnlich wie in ENRON zieht Lucy Prebble hier sämtliche Register des Theaters und bietet dabei für britische Stücke ungewohnte Möglichkeiten für Regie und Spieler*innen: EXTREM TEURES GIFT ist ein atemloser Politthriller, in dem ein Ex-Spion im Wettlauf gegen die Zeit seinen eigenen Mord aufzuklären versucht, eine skurrile Farce mit slapstickhaften Elementen um russische Bösewichte, ein Spiel im ganzen Theaterraum, wo Putin im wahrsten Sinne des Wortes die Puppen dirigiert und zur Ablenkung vom Mord schon mal eine große Show auf die Bühne bringt, stehen neben der sensiblen und anrührenden Darstellung der Beziehung zwischen Litwinenko und seiner Frau Marina, die vergeblich versucht, die Mörder ihres Mannes zur Rechenschaft zu ziehen.

Die wechselnden Stile, die bewusste Ausstellung von Theatralität und sich widersprechende Darstellungen brechen dabei eine lineare Erzählweise bewusst auf. So entsteht eine intelligente Meta-Ebene, auf der konstant Fragen zum Geschichtenerzählen verhandelt werden, die uns in einer "post-faktischen" Welt intensiv beschäftigen.

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