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Guinand, Patrick

Casanova in Dux

Sprechtheater
Monolog

Übersetzer: Roth, Tobias

Dekorationshinweis: 1 Dekoration
Besetzung: 1D, 1H

Dauer: abendfüllend

Aufführungsgeschichte:
frei zur UA

In TTX seit: 07.06.2021

Casanova befindet sich in Dux, in seinem letzten Lebensjahr, dem vierundsiebzigsten, krank, jähzornig, halluzinierend.

Er lebt zurückgezogen in seinem Bibliothekslaboratorium, verarmt, überpudert, barock und aus der Zeit gefallen, ein altes launisches Kind, hypochondrisch und in einen Krieg gegen die ganze Welt verstrickt. Er lässt seiner Paranoia freien Lauf, besonders gegenüber dem Gutsverwalter von Dux, den er zu seinem intimen Feind erhebt.

Er schleudert Brandreden aus metaphysischen Abgründen, er gibt den Philosophen oder den Theologen, er wird von Wahnvorstellungen der Vergangenheit oder der Zukunft heimgesucht, er denkt an Selbstmord, er unterhält sich mit Gott. Wie Beethoven in Gert Jonkes „Ohrenmaschinist“ ist er ununterbrochen auf der Suche nach dem idealen Werk, dem Lebenselixier, dem Seelenheil.

Eine junge Bäuerin versorgt ihn regelmäßig mit Ziegenmilch, die er zur Behandlung seiner Gicht benötigt. Indem sie sich dafür hergibt, in einer Art Ritual ihre gestickten Korsetts zu enthüllen, erlaubt sie ihm, seine letzten erotischen Phantasien zu befriedigen, irgendwo zwischen Altersschwäche, Voyeurismus und Impotenz. Der alte, ernüchterte Weise möchte noch einmal an seine Verführungskünste glauben; er entgeht dabei, in steter Selbstbeobachtung, nicht einer gewissen irrsinnigen Komik.

Ungeachtet des behaupteten Katalogs seiner amourösen Eroberungen, zieht er nun die Bilanz seines Lebens.
Und er muss sich dazu durchringen, sich ganz dem eigenen Ende und der eigenen Einsamkeit zu stellen.

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