Lengyel, Melchior / Hofmann, Jürgen
Noch ist Polen nicht verloren
Sprechtheater
Schauspiel
Besetzung:
2D,
10H
Bstnr/Signatur: 1205
Dauer:
abendfüllend
Aufführungsgeschichte:
UA: 20.12.1989, Bühnen Lübeck, Regie: Victor Oller
In TTX seit: 06.04.2011
Wir befinden uns in Posen, einer kleinen Provinzstadt zwischen Warschau und Berlin. Nicht ganz ein Jahr später wird Hitler in Polen einmarschieren und der Welt die Hoffnung nehmen. Noch aber herrscht Friede in Europa. Noch. Wir schreiben das Jahr 1938. Das Leben verläuft völlig normal im Stadttheater, das Ensemble probt eifrig für das Stück „Gestapo“, eine Satire über den Nationalsozialismus. Täglich hebt sich und fällt der Vorhang vor den Brettern, die angeblich die Welt bedeuten. Man flirtet, geht fremd, pflegt seine Eitelkeiten und versteht sich als Nabel der Welt. Der Prinzipal und Star des Theaters, Josef Tura, nach bescheidener Selbsteinschätzung der „beste Mime Polens“, ahnt nicht, dass der Herr im Publikum, der bei Turas grandiosem Hamlet- Monolog "Sein oder Nichtsein“ jedes Mal das Parkett verlässt, eine Affäre mit seiner Frau Maria hat. Es ist der Fliegerleutnant Stasnik, der sich mit der Diva des Hauses ein genau getimtes Stelldichein hinter den Kulissen gönnt. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen wird das Theater offiziell geschlossen. Tura darf nur noch „Hamlet" für die Besatzungsoffiziere geben. Die Proben zu „Gestapo“ werden eingestellt, jetzt spielt das Stück auf Polens Straßen. Das Schicksal des Landes liegt plötzlich in der Hand der arbeitslosen Schmierenkomödianten. Als unfreiwillige Partisanen müssen sie ihre Rollen nun im wirklichen Leben spielen. Verkleidet mit Bühnen-Nazi-Kostümen aus dem Fundus und Hakenkreuzen aus der Requisite stiften sie größte Verwirrung unter den Besatzern. Plötzlich wimmelt es von falschen und echten Bärten, Agenten, Gestapo-Chefs, als Höhepunkt des Tohuwabohus tritt sogar ein falscher „Hitler“ auf. Jetzt spielt das Theater wirklich um sein Leben, um „Sein oder Nichtsein“.
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