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Jonke, Gert

Die Hinterhältigkeit der Windmaschinen

Sprechtheater
Schauspiel

Besetzungshinweis: Besetzung ad libitum

Bstnr/Signatur: 278

Aufführungsgeschichte:
UA der überarbeiteten "Prosa"-Fassung: Forum Stadtpark Graz / steirischer herbst, 1981. R: Heinz Hartwig.
UA der ursprünglichen "Tragödien"-Fassung: Theater Osnabrück, 28.5.2011. R: Philip Tiedemann

In TTX seit: 12.11.2012

Ein paar Bühnenarbeiter bauen die Bühne für ein Stück auf: Eine Montgolfière, ein Schiff, ein Windhilfsgestell zum Anhalten des Windes etc. Beabsichtigt ist, eine Art Operette zu spielen. Sie soll von einem Prinzen im Ausland und einer Prinzessin im Inland handeln, die einander nicht lieben dürfen, weil Inland und Ausland verfeindet sind. Nachdem die Bühnenarbeiter das Stück aufgebaut haben, geht der Vorhang zur Pause zu und der Funkverkehr zwischen Inland und Ausland ist zu hören. Anschließend wird in der Phantasie auf der Bühnenrückseite das Stück für ein imaginäres Publikum aufgeführt. Im dritten Teil wird die Bühne wieder abgebaut, bis am Ende ein starker Sturm alle Bühnenarbeiter hinwegweht.
"In der HINTERHÄLTIGKEIT DER WINDMASCHINEN wird im ersten Akt ein Bühnenbild aufgebaut und im dritten Akt wieder abgebaut. Vom zu erwartenden Stück sieht der Zuschauer nichts, er sitzt sozusagen auf der Hinterbühne mit dem Rücken zum Nichtgesehenen. Dazwischen Luftreden der Bühnenarbeiter, Spiegelfechtereien, eine sinnlose Präzision... Die Bühnenarbeiter bewegen sich, reden in einer leerlaufenden Mechanik aus Furcht, 'eines Tages nur mehr bewegt zu werden, ohne sich bewegen zu können'. Sie sind Teil eines hinterhältigen Prozesses, dass jede Rationalität ihre eigene Irrationalität produziert", hieß es in der Laudatio der Frankfurter Autorenstiftung anlässlich der Preisverleihung an Gert Jonke.

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