Unser Lied
Gesang vom Untergang Burgunds. Nibelungendestillat.
Sprechtheater
Schauspiel
Besetzung:
4D,
10H
Publikation: in <Helmut Krausser, Stücke 93-03, Fischertaschenbuch, Band 15979. Erhätlich über den Buchhandel!
Aufführungsgeschichte:
UA: 30.09.2005 Theater Bonn, Regie: Kay Voges
In TTX seit: 15.02.2003
Krausser erzählt die Geschichte als einen Entscheidungskampf zwischen dem Heidentum, als dessen Agent Hagen verdeckt agiert und dem christlichen Monotheismus, für den Gunther steht. Bevor die eigentliche Handlung des Nibelungenliedes beginnt, tötet Hagen seinen Vater, der ihn in Kindertagen fortgegeben hatte und schließt sich darauf dem christlichen König an. Er verpflichtet den Sänger Volker von Alzey als seinen Propagandisten. Im Dialog mit Volker differenziert Hagen zwischen der Wahrheit und der offiziellen, politisch nützlichen Version einer Begebenheit. Er zeigt sich so als machtbewusster Stratege. Als König Gunthers einflussreicher Ratgeber wird Hagen bei Krausser zum Drahtzieher der Ereignisse...
Der Nationalmythos Nibelungenlied ist über die Jahrhunderte von verschiedenen politischen Richtungen instrumentalisiert worden, zuletzt von den Nationalsozialisten. Seine wechselhafte Rezeptionsgeschichte unterliegt Kraussers Stück als Subtext. Dem Autor ist es gelungen, die Bildlichkeit des Originals sprachlich aufzugreifen und für seine Fassung eine eingängige und unprätentiöse Verssprache nachzudichten.
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