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Benecke, Carsten

Nie wieder einsam

Sprechtheater
Schauspiel

Dekorationshinweis: variable Dekoration
Besetzung: 3D, 4H

Frei zur UA

In TTX seit: 13.08.2008

Sie leben in einer WG zusammen: Schauspieler Andre, der als Pornodarsteller jobbt, Sängerin Toni, die sich von Karl aushalten lässt, und Moritz, ein erfolgloser Künstler, beziehungsunfähig, ein Sexkrüppel. Da bietet der Erotikkonzern, für den Karl arbeitet, ausgewählten Testpersonen ein neues Produkt gratis an: die sprechende, computergesteuerte Sexpuppe, die durch ein ausgeklügeltes Kommunikationssystem ein lebendiges Gegenüber simuliert. Toni sorgt dafür, dass Moritz eine bekommt: Alice „zieht“ in die WG „ein“, Moritz versucht, sie wie eine echte Frau in sein Leben zu integrieren. Aber das beschleunigt noch seine Entfremdung von den anderen und führt zur Krise mit Jana, die sich ehrlich für ihn interessiert.
Das Zeitstück demaskiert durch groteske Überzeichnung eine Gesellschaft, die Nähe fürchtet. Vereinsamung und Liebesunfähigkeit stehen ständiger Verfügbarkeit von Sex und einer Inflation des Pornografischen im realen und virtuellen Leben gegenüber. Das Private ist dabei politisch, die Obszönität liegt nicht in der wie auch immer defizitären Sexualität, sondern in ihrer kommerziellen Funktionalisierung: Die Flucht in perverse Scheinwelten wird gespiegelt auf Ebene des Kunstmarktes und aus dem Blickwinkel der Pornoindustrie, deren Vertreter das Ganze wie einen Laborversuch zur Gewinnmaximierung kommentieren.

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