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Feinmann, José Pablo

Che

Sprechtheater
Schauspiel, Freilicht

Übersetzer:in(nen): Ochoa, Elvira

Dekorationshinweis: Ein Bühnenbild
Besetzung: 1D, 4H
Besetzungshinweis: Fünf Schauspieler (eine Frau, vier Männer)

Mehrfachbesetzung möglich

Zusatzinformation: Freilichtgeeignet: ja

Frei zur DSE

In TTX seit: 01.01.2005

Die letzten 18 Stunden des legendären Kommandanten. Über diese Zeit vor Che Guevaras Erschießung am 8. Oktober 1967 im bolivianischen Dschungel ist wenig bekannt. Feinmann nutzt die historische Lücke und füllt sie mit Randgesprächen zwischen Che und seinen beiden Bewachern sowie mit dem zentralen fiktiven Dialog zwischen dem gefesselten Che und dem argentinischen Historiker Andrés Navarro.

Der Wissenschaftler weiß alles über Leben und Legende des Revolutionärs und will nun einen Essay über dessen letzte Lebensstunden schreiben. Navarro ist ein skrupulöser, pazifistischer Intellektueller von heute, der Che respektiert, aber keineswegs verehrt. Ihm geht es vor allem darum, die Gewaltfrage mit dem Revolutionär zu debattieren und ihn womöglich zur Abschwörung der Gewalt zu verführen. Damit die Diskussion auf gleicher Ebene stattfinden kann, erhält Che zunächst Einblick in unsere Gegenwart.

Navarro konfrontiert ihn mit dem Scheitern der Revolution, dem Niedergang des Sozialismus in aller Welt, der Globalisierung, der Kommerzialisierung seiner eigenen Person u. a. m. Vor allem konfrontiert er ihn mit seinen

eigenen Zitaten über die Legitimation von revolutionärer Gewalt, mit seiner blutrünstigen Rolle bei Hinrichtungen in Kuba und seinen Fehleinschätzungen von revolutionären Situationen. Und er macht ihn immer wieder auf seinen

bevorstehenden Tod aufmerksam. Gemeinsam spielen sie kurz wichtige Auseinandersetzungen in Ches Leben nach, wobei der Historiker stets die Rolle von Ches Partnern spielt, z.B. Fidel Castro. Der Kommandant hält den Angriffen seines Gegenübers stand, verteidigt sich mit Humor, Leidenschaft und intellektuellem Scharfsinn. Von der Notwendigkeit der Gewalt gegenüber Unterdrückern lässt er sich trotz aller Einwände nicht abbringen und geht lächelnd seinem eigenen Tod entgegen.

Angelehnt an die literarischen Totengespräche zwischen Philosophen, versucht Feinmann den Kern von Ches Denken zu enthüllen, dabei den Charakter des Revolutionärs einzufangen und Beiläufiges und Beabsichtigtes gegeneinander

zu stellen. Che Guevara wird mit seinem eigenen Mythos konfrontiert und bekommt von einem kritischen Fragensteller die Chance, seine Person und seine wirklichen Absichten zu entlarven. Das ist intelligent, witzig, unterhaltsam und höchst brisant.

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