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Feuchtwanger, Lion

Der falsche Nero

Stoffrechte

Sprechtheater
Schauspiel

Werkangaben: Roman von Lion Feuchtwanger

Bstnr/Signatur: 4566
Dauer: abendfüllend

In TTX seit: 30.09.2013

Zu seiner politischen Parabel und Hitler-Satire "Der falsche Nero" wurde Feuchtwanger von einer Anekdote aus dem römischen Reich inspiriert, in der ein Mann auftauchte und behauptete, Kaiser Nero zu sein, obwohl dieser elf Jahre zuvor Selbstmord begangen hatte. Senator Varro hat durch den Tod des Kaisers an Einfluss verloren. Sein früherer Leibeigener, der arbeitsscheue Töpfer Terenz, sieht dem verstorbenen Kaiser äußerst ähnlich und so lässt Varro ihn in den römischen Ostprovinzen in die Rolle des Nero schlüpfen, um seine politischen Ziele zu erreichen.
Sein Betrugsmanöver hat weitreichende Folgen. Das leichtgläubige und verführbare Volk, das über die hohen Abgaben erbost ist, die ihm die in Rom regierenden Flavier abfordern, lässt sich durch die äußerliche Ähnlichkeit täuschen, bejubelt den Nero und glaubt an dessen Wiederauferstehung. Nero wird von seinem Buchhalter Knops und dem römischen General Terenz weiter angestachelt und errichtet eine Schreckensherrschaft. Die von Varro ins Leben gerufene Fiktion gerät außer Kontrolle. Eitel und machtbesessen vergisst Terenz, dass er nur eine Marionette ist. Doch durch die Misswirtschaft des Trios und durch das militärische Eingreifen Roms werden die drei gestürzt und enden am Kreuz. Varro, der einstige Drahtzieher, taucht im Reich der Parther unter.

Feuchtwanger gelingt eine Satire über das NS-Regime, ohne die Parallelen zu unterstreichen. Der Roman wird zu einer Abbildung des Gegenwärtigen im Historischen. Mit dem teuflischen Gespann Terenz, Knops und Trebon meint Feuchtwanger keine Geringeren als Hitler, Goebbels und Göring.
Das Werk zeigt die Probleme bei der Darstellung Hitlers, denn er ist nicht durch Realismus oder als Charakter zu fassen, sondern allenfalls als satirische Figur oder als visionär gesehene Höllengestalt. Die Gleichsetzung Hitlers mit einem unbedeutenden Mimen löste bei einigen Intellektuellen Unverständnis aus, so bei Bertolt Brecht, Georg Lukács und Arnold Zweig. Heinrich Mann schrieb über diesen Roman an Feuchtwanger: "In einer Abendstunde lese ich sooft als möglich den "Falschen Nero", das ist ein großartiges Buch. Mir geht im Kopf eine Betrachtung um, die heißen würde: Feuchtwanger und der Weltruhm."

Hinweis: Es ist jeder Bühne möglich, in Rücksprache mit dem Verlag eine eigene Adaption von den Werken des Autors Lion Feuchtwanger zu erstellen.

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