Die Französische Revolution ist Vergangenheit. Da wird in der Heilanstalt von Charenton, südöstlich von Paris, ein Theaterstück darüber gespielt. »Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats« findet, 13 Jahre nach der Ermordung des Revolutionsführers Marat, in der Imagination des Marquis de Sade statt. De Sade, bekannt für seine Exzesse, war einst Anhänger der Revolution und verlor den Glauben an sie. Er ist Autor und Regisseur dieses bizarren, sinnlichen und herrlich wortwitzigen Schauspiels, das sich vor den Augen des Pflegepersonals, der Anstaltsleiter und eines eigens angereisten Publikums abspielt. Sein Gegenspieler ist Jean Paul Marat, konsequenter Anhänger der Revolution, überzeugt von der Notwendigkeit der Veränderung der Verhältnisse, auch mit den Mitteln des Terrors: »Es gibt für uns nur ein Niederreißen bis zum Grunde / so schrecklich dies auch denen erscheint / die in ihrer satten Zufriedenheit sitzen.« Peter Weiss wusste seinen Erzählgegenstand dramaturgisch raffiniert zu verfremden; sein Stück im Stück, das in der Vergangenheit liegt und von der vorvergangenen Revolution erzählt, verwies zugleich auf die Gegenwart des Dramatikers und die in den 1960er-Jahren vielfach diskutierte Frage: Ist gesellschaftliche Veränderung möglich, und wie weit kann der revolutionäre Kampf gehen?
Peter Weiss wurde 1964 mit diesem bahnbrechenden Theaterstück, ein Jahr vor der Premiere von »Die Ermittlung« im Oktober 1965, schlagartig zum viel diskutierten Dramatiker und Protagonisten der 1968er-Bewegung. Beide Stücke sind bis heute die meistgespielten Theatertexte von Peter Weiss, »Marat/Sade« wurde zu einem der größten internationalen Theatererfolge in der Theatergeschichte des 20. Jahrhunderts.
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