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Neumann, Jan

Die Stadt das Gedächtnis

Sprechtheater
Schauspiel

Besetzung: 2D, 3H

Bstnr/Signatur: 1904

Aufführungsgeschichte:
UA: 27.09.2014 Stuttgart, Staatstheater

In TTX seit: 09.10.2014

„Und die Menschen speichern die Stadt, während die Stadt selbst kein Gedächtnis hat, du gehst durch sie hindurch und bist sofort vergessen.“
Ausgehend von einer Stadtführung in Stuttgart, die sich um den vergessenen Fluss Nesenbach, inzwischen ein unterirdischer Abwasserkanal, rankt, beginnen viele kleine Episoden, die Menschen in Verkettungen von Zufallsbegegnungen an einem Tag in der Stadt zusammenführen. Die Flugbahn der Honigbiene im Biotpop wird von Sabine Baumeister durchquert, nicht ahnend, dass sie 12 Stunden später tot sein wird (aber nicht durch den Bienenstich). An ihr fährt der Germanistikstudent Felix Weber auf dem Fahrrad vorbei, in Gedanken bei Lyotards Theorie der modernen Mythen und wird dabei fast vom fahrig wirkenden Fahrer des Lieferwagens der Schreinerei Schröder überfahren... Diesem Prinzip und dem Verlauf des Nesenbachs nach, den niemand mehr wahrnimmt, weil ihn niemand mehr sieht, werden Einzelschicksale erzählt – und immer in Zusammenhang mit der Frage nach dem kollektiven Gedächtnis einer Stadt und dem individuellen Gedächtnis eines Menschen gebracht. – Was vergisst es, was behält es? Die demente Josefine belebt in ihren Erinnerungen auf dem Sterbebett die große Bombennacht 1945. Vergessen macht den Menschen Angst. Was bleibt von mir, wenn ich nicht mehr da bin? Für Autor Jan Neumann eine elementare Tatsache: „Am Ende bleibt von uns nur ein Name, die Erinnerung, die unsere Verwandten und Freunde an uns haben, aber das ist in unserer Zeit für viele Menschen ein unerträglicher Gedanke.“ (aus einem Interview im LIFT Magazin, Oktober 2014)

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