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Klemperer, Victor

Gehen - Bleiben

Sprechtheater
Monolog, Schauspiel

Bearbeiter: Kazubko, Katrin

Werkangaben: Bühnenfassung
Besetzung: 1H (1 Darst.)

Bstnr/Signatur: 1551

Aufführungsgeschichte:
UA: 14.10.2005 Hamburg, Deutsches Schauspielhaus

In TTX seit: 03.08.2006

Die Tagebücher des Romanisten Victor Klemperer (1881-1960) faszinieren viele Leser seit ihrer posthumen Veröffentlichung im Jahre 1995 trotz oder gerade wegen der peniblen Alltagsbeschreibungen. Bei der Bearbeitung für die Bühne stand von vornherein das Interesse an dem Menschen Victor Klemperer im Mittelpunkt. Klemperer wurde als Sohn eines Rabbiners geboren und konvertierte im Jahre 1912 zum Protestantismus. Vor Diskriminierung und Verfolgung war er nach Hitlers Machtergreifung 1933 jedoch nicht gefeit. Aus Liebe zu Deutschland und Angst vor der Fremde ging Klemperer nicht in die Emigration. Die unter schwierigen Umständen und Gefahr geschriebenen Tagebuchnotizen waren für den beruflich von den Nazis kaltgestellten Wissenschaftler Überlebensstrategie. Sie schildern die Geschichte des Dritten Reichs und der deutschen Nachkriegszeit im geteilten Deutschland aus einer sehr persönlichen Perspektive. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass Klemperer durch die Dresdner Bombennacht im Februar 1945 in letzter Minute vor der Deportation gerettet wurde. Nach Kriegsende versuchte er mit aller Macht wieder an sein Leben vor 1933 anknüpfen, doch seine Hoffnung auf Wiedergutmachung wurde bald enttäuscht. Bis zu seinem Tod quälte er sich mit Zweifeln an der Richtigkeit seiner Entscheidungen. Er war zögerlich und leidend: Angst, Minderwertigkeitsgefühle, Eitelkeit und Ehrgeiz standen ihm im Weg. In dem Monolog "Gehen - Bleiben" geht es um mehr als um ein Zeugnis deutscher Vergangenheit. Im Zentrum steht die Frage nach Selbstbestimmung des Menschen in seiner Zeit: Schicksal, Zufall, Entscheidung? Gehen oder Bleiben?

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