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Melle, Thomas

Versetzung

Sprechtheater
Schauspiel

Besetzung: 5D, 5H (10 Darst.)

Dauer: abendfüllend

Aufführungsgeschichte:
U: 17.11.2017 Deutsches Theater Berlin (Regie: Brit Bartkowiak)
Nominiert für den Mülheimer Dramatikerpreis 2018

In TTX seit: 11.09.2018

Der Lehrer Ronald Rupp wird von den Schülern geliebt und vom Kollegium geachtet. Allerdings weiß niemand, dass er manisch-depressiv ist, auch wenn der letzte Schub zehn Jahre her ist und seitdem Medikamente die Krankheit in Schach halten. Als Ronald aber beruflich wie privat unter immensen Druck gerät, beginnt ein Prozess der Zersetzung: Ronalds Wahrnehmung spielt verrückt – nicht zuletzt weil ihn ebenso seine Umwelt mit anderen Augen sieht, als sie von seiner psychischen Instabilität erfährt.
„Thomas Melle beschreibt die Störung nie als private Leidensgeschichte, sondern befragt das System, in dem sie sich ereignet … Was ist Wahrheit, was ist Lüge? Was ist gesund, was ist krank? … Wie sich Ronald Rupp die Welt auflöst, das erzählt Melle mit beklemmender Unaufhaltsamkeit und einem ganz eigenen, von schmerzhafter Erfahrung befeuerten Humor.“ (Der Tagesspiegel)
„Selbst die, die guten Willens sind, stehen vor einem Dilemma. Was, wenn die nächste manische Phase kommt, vielleicht ist die stärker als die letzte, es gibt keine Garantien mehr im Umgang … Melle greift diesen Zwiespalt von vielen Seiten an und spielt ihn durch, und er nutzt dabei geschickt die Vielbödigkeit des Theaters, sein willkürliches Ineinander von Sein, Schein und Deutung.“ (Berliner Zeitung)
„Realität wird mehrdeutig, Bezüge verschwimmen … Thomas Melle erzählt die Katastrophe einerseits ganz linear als beschleunigte Abwärtsspirale in knappen Szenen … Andererseits etabliert er eine zweite Folie: Plötzlich rutschen Ronalds wechselnden Gegenüber dreiste Wortdreher raus, bleiben seltsam in der Dialogluft hängen. Die Realitätssicherheit fängt langsam an zu schwinden, und zwar nicht nur für Ronald … Hat sich der Zuschauer gerade verhört? Mit welcher Welt stimmt da gerade etwas nicht? Oder mit wem?“ (Theater heute)
„Ein extrem genau komponierter Text.“ (Berliner Morgenpost)

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