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Al Haggi, Mudar

Deine Liebe ist Feuer

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Sandra Hetzl und Nicola Abbas

Dekorationshinweis: 1 Dekoration
Besetzung: 2D, 2H

Aufführungsgeschichte:
UA: 16.5.17, Ruhrfestspiele Recklinghausen
DSE: 15.9.17, Theater Krefeld/Mönchengladbach

In TTX seit: 19.05.2017

Deine Liebe ist Feuer, eine ägyptische Herzschmerz-Schnulze aus den 60er Jahren, geistert wie in einer Endlosschleife durch die Köpfe der syrischen Protagonisten, die nur auf Überleben, auf ein „irgendwie Durchkommen“ eingestellt sind in diesem Krieg, der kein Ende nehmen will, der niemandem Hoffnung lässt.

Hala und Rand teilen sich eine kleine Wohnung in Damaskus. Die Front ist sehr nahe gerückt. Hala gesteht ihrer Freundin, dass sie zusammen mit ihrem Freund Wissam Syrien verlassen und nach Deutschland fliehen will. Sie bittet Rand, mit ihr zu kommen. Doch Rand will nicht ohne Khaldoun fliehen, ihrem Freund, der Soldat ist in Assads Armee. Die beiden Frauen bedrängen den Mann, zu desertieren und mit ihnen zu kommen. Aber Khaldoun hat Angst – um seine Familie, um sein Leben und auch vor der ungesicherten Zukunft, die vor ihnen liegt. Mitten in einem heftigen Streit von Rand und Khaldoun wird plötzlich der Autor des Stückes von den Figuren befragt. Die Figuren wenden sich an ihn, hinterfragen das, was er sie tun lässt - auch in der Hoffnung, er möge den Lauf der Dinge für sie zum Positiven beeinflussen. Sie beginnen, den Autoren zu bedrängen - sie wollen Auskunft von ihm, denn er ist schon auf der anderen Seite, ist nach Beirut gegangen und wird schon bald in einem deutschen Flüchtlingslager ankommen. Was für die Figuren als Rettung nahezu unerreichbar weit entfernt liegt, ist für ihn schon längst eine Realität geworden - jedoch eine wenig verlockende, fast ebenso ausweglose Realität der Ungewissheit und des Wartens wie das Hier und Jetzt der Figuren. Denn während diese in Syrien sitzen und nicht wissen, wie es weiter geht, befindet sich auch der Autor in einem Schwebe-Zustand. Und so nähern sich die Figuren (in ihrem Konflikt) und der Autor (in seinem Status als Flüchtling) einander an - ob nun gefangen in Syrien oder in der Warteschleife des Flüchtlingsdaseins befinden sich beide im Transit-Bereich des ungelebten Lebens und sind somit Opfer eines grauenhaften Krieges.

Autor Mudar Al Haggi berichtet von einer Wirklichkeit, die er selbst erlebt hat. Hautnah. Anhand des Schicksals dreier Syrer erzählt er über die schonungslose Realität des Syrienkrieges. Dabei wird er zunehmend selbst Teil der Geschichte und schafft es innerhalb dieser formalen Konstruktion - der eingebundenen Autorenebene - auf bestechende Art und Weise die Hoffnungslosigkeit derer zu zeigen, die zum ewigen Warten verdammt sind, solange der Wahnsinn des syrischen Bürgerkrieges weiter tobt - ob in Syrien, in Deutschland oder wo auch immer.

"Al Haggi entwirft, was ein gutes Theaterstück ausmacht: einen eigenen Kosmos." (SZ, 20.6.17 - Mounia Meiborg)

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