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Shakespeare, William

Othello
(Othello the Moor of Venice)
Die Tragödie von Othello, Il Moro, Feldherr von Venedig

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Werle, Simon

Originalsprache: Englisch
Besetzungshinweis: Besetzung ad libitum

Bstnr/Signatur: 10425

Frei zur UA

In TTX seit: 12.11.2020

Simon Werle über seine OTHELLO-Fassung:

"Die vorliegende deutsche Fassung von Shakespeares Tragödie OTHELLO, die auf einer eigenen vollständigen Neuübersetzung des Textes beruht, konzentriert sich in der Auseinandersetzung mit dem Stück auf drei Aspekte:
Erstens auf den differenzierten Umgang mit dem Thema Rassismus, das im Originaltext mit Othellos Beinamen ‚the Moor‘ bereits im Titel angeschlagen wird. Ich unterscheide in meiner deutschen Fassung zwischen dem neutral oder gar würdigend verwendeten Quasi-Eigennamen, den ich angesichts des Schauplatzes der Handlung italianisierend mit ‚Il Moro‘ wiedergebe, und der latent oder manifest rassistischen ethnischen Zuschreibung (insbesondere im Mund von Jago, Roderigo und Brabantio), für die ich die eingebürgerte Formel ‚der Mohr‘ verwende.
Zweitens erlaube ich mir einen kreativen Umgang mit etlichen dramaturgischen Problemen, die das Stück aufweist. Das betrifft vor allem Widersprüchlichkeiten im zeitlichen Ablauf der Handlung nach deren Verlagerung auf die Insel Zypern, also ab dem 2. Akt. Der zeitliche Rahmen des dramatischen Geschehens umfasst explizit nur einen Tag und eine Nacht, was insbesondere mit Cassios und Biancas Aussagen über ihre gemeinsame Beziehung unvereinbar und auch durch die Hypothese eines von Shakespeare bewußt angewandten ‚double time scheme‘ nicht zu lösen ist. Zur Abmilderung dieser Widersprüchlichkeit habe ich die Auftrittsrede Biancas (III, 4, Verse 167ff) umgeschrieben.
Weitere partielle, vor allem zur Straffung notwendige Umschreibungen betreffen am Anfang von I 3 die redundanten Dialoge der Senatoren, ferner die gesamte Szene II 1, die ich im Sinne größerer Stringenz stark gekürzt habe, den Anfang von II 3, dessen Neuformulierung die voraufgehende Szene II 2 (den Auftritt des Herolds) erübrigt, und in IV 1 die Szene, in der Jago dem versteckten Othello Cassio in der Begegnung mit Bianca vorführt.
Gestrichen habe ich außer der Szene II 2 auch die beiden Clownsszenen (III, 1 und 2 sowiie III, 4, 1-22), Teile von II 3 (69-92) und in V 2 Lodovicos und Cassios Bericht über Jagos Briefe (303ff)
Drittens habe ich den Text an etlichen Stellen auch unabhängig von dramaturgischen Erwägungen gestrafft, insbesondere die schwadronierenden und oft redundanten Prosadialoge zwischen Jago und Roderigo, und auch eine Rede Othellos, und zwar seinen Lebensbericht (I, 3, 127ff).
Alle diese behutsam vorgenommenen Striche, Straffungen, punktuellen Umschreibungen und geänderten Szenenübergänge zielen darauf ab, die Nebenhandlung von verwirrenden oder retardierenden Disgressionen und logischen, psychologischen und dramaturgischen Inkonsistenzen zu entlasten und eine stärkere Konzentration auf die Haupthandlung zu erreichen, ohne die motivische und stilistische Vielschichtigkeit des Textes zu mindern."

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