Euripides / Saenger, Hans
Der Mann, die Frau und das Schiff
Die berühmte Geschichte von Iason und Medea
Sprechtheater
Schauspiel
Bstnr/Signatur: 5085
Dauer:
abendfüllend
In TTX seit: 14.06.2025
Eine Exposition hat das Stück eigentlich nicht nötig: sein Untertitel erfüllt diesen Zweck. Es ist die bekannte, zuerst von Euripides auf die Bühne gebrachte Geschichte der Frau und Mutter, die der Gatte schändlich verlässt, um sich mit einer jüngeren Frau von Rang zu vermählen. Allenfalls ist es gut, die Unterschiede zu den Vorläufern zu erwähnen. Deren wichtigster ist, dass Medea ihre Kinder nicht tötet. Der Kindsmord als Rache am treulosen Gatten ist ja doch etwas sehr Pathologisches und eine Erfindung Euripides, der den Mythos in diesem entscheidenden Stil radikalisiert. Dadurch hat er um die Gestalt der Medea gleichsam einen magischen Kreis geschlagen, aus dessen Bann keiner seiner zahlreichen Nachfolger herausfindet. Um Medea als positive Heldin zu retten, werden sie nicht müde, Iason so negativ wie möglich zu zeichnen. Dadurch geht er ihnen aber als einer der griechischen Haupthelden verloren, was sich nicht zuletzt dadurch äußert, dass sein Name in keinem Werktitel vorkommt.
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