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Chías, Edgar

Der Himmel in der Haut
(EL CIELO EN LA PIEL)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Barth, Wolfgang (Übersetzer ins Deutsche) / Schoemann, Boris (Übersetzer ins Französische)

Werkangaben: Rhapsodie für die Bühne
Originalsprache: Spanisch
Dekorationshinweis: variables Bühnenbild, 1 Dekoration
Besetzung: 2D, 1H
Besetzungshinweis: variable Besetzung

Bstnr/Signatur: MA 513
Dauer: 120 min, abendfüllend

Frei zur UA

In TTX seit: 19.11.2019

Edgar Chias gelingt es durch die Geschichte eines Mädchens, über die Frauenmorde in Mexiko (6000 ermordete junge Mädchen und Frauen zwischen 1999 und 2006) zu erzählen. Wir wissen von Anfang an, dass sie sterben wird und dass sie vergewaltigt wurde. Der wesentliche Vorgang liegt also im Rückblick. Weniger wegen des Horrors der Tat als wegen der Darstellung ihrer Umstände und der Beschreibung des gewöhnlichen Lebens einer eher hässlichen Heranwachsenden. Das Außergewöhnliche daran, dass dieses junge Mädchen liest und dass Edgar Chias die humorvolle Wiedergabe dessen, was sie liest, mit dem Alltagsleben der Leserin verflicht. Die Hauptperson liest also die Abenteuer eines Teenagers namens Hauptperson. Beide entdecken schüchtern ihren Körper und die drängende Sexualität; ohne Zeit oder Gelegenheit sie zu nutzen. Hauptperson, die lesen und schreiben kann, wird Hofschreiberin des Königs, dessen sehnlicher Wunsch es ist, ein Großes Buch zu seinem Ruhme verfassen zu lassen, während sie doch hoffte, von ihrem Status zu profitieren – sie ist eine der unzähligen Ehefrauen und Konkubinen des Königs geworden. Sie ist zu hässlich (der König will nichts mehr von ihr) und zu gebildet (woraus der König einen ganz anderen Nutzen zieht). Und die junge Frau, unsere Hauptperson jetzt, die ängstlich daran denkt, dass sie endlich auch einen Jungen kennenlernen muss und dass auch sie vielleicht Anrecht auf ein bisschen Vergnügen hat, gerät in die Klauen von (ebenfalls ganz gewöhnlichen) Ungeheuern, die sie demütigen und brutal vergewaltigen. Chias trägt kein Mitleid zur Schau, sendet keine gewichtige Botschaft, spricht nicht von tragischem Horror. Stattdessen großer Humor, die präzise Beschreibung der alltäglichen Erlebnisse einer jungen Frau und der Horror in seiner Nacktheit.

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