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Schenkel, Andrea Maria / Wenzel, Anna

Kalteis

Sprechtheater
Krimi, Schauspiel, Volksstück

Besetzung: 4D, 3H
Besetzungshinweis: Schauspielerangaben bei Mehrfachbesetzung

Publikation: Lutz Schulenburg, Hamburg 2007, www.edition-nautilus.de, 9. Auflage Mai 2008, seit Juni 2009 im TB bei btb
Zusatzinformation: Hörbuch: KALTEIS, gelesen von Monica Bleibtreu; Audio CD, Verlag: Hörbuch Hamburg (2007); KALTEIS: Das Hörspiel [Audiobook] (2009); u.a. mit Ulrich Noethen als Josef Kalteis; R: N. Schaeffer; Musik: M. Eisenreich
Bstnr/Signatur: 1353

Aufführungsgeschichte:
UA: 29.02.12, Junges Schauspiel Ensemble München; Kleines Theater Haar; R: M. Stacheder

In TTX seit: 28.07.2011

"München, Ende der 30er Jahre: Süß und sehnsüchtig ist der Traum vom Glück in der großen Stadt - auch Kathie träumt ihn und entflieht der Enge des dörflichen Lebens. Manch eine ist hier schon unter die Räder gekommen, aber sie wird es schon schaffen. Oder? Dunkelhaarig, kräftig und hübsch ist sie, wie die Frauen, die seit einiger Zeit in München und Umgebung spurlos verschwinden. Der Teufel scheint auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.
Nach dem großen Erfolg ihres Debüts Tannöd erweist sich Andrea Maria Schenkel mit ihrem zweiten Roman als Meisterin des Genres. Auch diesem Kriminalroman liegt ein authentischer Fall zugrunde, den die Autorin stilsicher bearbeitet: Johann Eichhorn wurde 1939 wegen vielfacher Vergewaltigung und Mord in München in einem Schnellverfahren verurteilt und hingerichtet." (Nautilus)
Die Bühnenbearbeitung arbeitet zwar mit der Struktur und den sprachlichen Besonderheiten der Romanvorlage, verstärkt jedoch im Dialog die Sicht aus verschiedenen Perspektiven. Gegenwart und Erinnerung wechseln ständig, die Erzählebenen und Zeiten vermischen sich. Durch Zeugenschilderungen werden die Figuren wachgerufen. Man leidet förmlich mit, wenn die Protagonisten ihrem unausweichlichen Schicksal nicht entgehen können.

"Wie wohlkalkuliert sparsam Schenkel erzählt, wie unbarmherzig genau ihre Sprache und spannungsreich ihr Ton ist, das verdient das Gütesiegel einer großen, souveränen, gänzlich unangestrengten Literatur. Auch darum ist die Geschichte des Münchener Frauenmörders Josef Kalteis aus den 30er Jahren nicht bloß ein historischer, in all seiner Grausamkeit auch reißerischer Krimi." (Rheinische Post, 03.08.07)

"Empathie ist ein rares Gut, und nur wenige verstehen sie so zu wecken wie Andrea Maria Schenkel. In 'Kalteis' gelingt ihr das noch eindringlicher. [...] 'Kalteis' trifft ins Herz." (Die Zeit, 09.08.07)

"Unheimlicher ist selten aus dem Herzen deutscher Finsternis berichtet worden als in dieser bajuwarischen Schauermär." (Die literarische Welt/ Beilage der Welt, 06.10.07)

"Sätze wie Kartoffeln: klein, hart und winterfest." (Süddeutsche Zeitung, 20.10.07)

„Das Stück [...] ist in seiner dichten Inszenierung be-klemmend – und [...] bleibt nah an der literarischen Vorlage. Auf diese Weise gelingt es, der Originalgeschichte in ihren verwirrenden Verstrickungen treu zu bleiben, die Vermengung von Erzählsträngen und Zeitebenen erzeugt auf der Bühne eine ähnliche Spannung wie beim Lesen. [...] Das Premierenpublikum zeigte sich von der Vorstellung begeistert.“ (Süddeutsche Zeitung, 02.03.12)

„‘Kalteis‘ ist so etwas wie ein Sittengemälde. Das verstört – ist aber vielleicht die Absicht.“ (Münchner Merkur, 01.03.12)

„Mit seiner hervorragenden Personenregie zeichnet Regisseur Michael Stacheder das eindringliche Portrait eines Getriebenen, der Frauen missbraucht und ermor-det.“ (www.mucbook.de, 04.03.12)

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