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Klare, Jörn

Ehrlich.

Sprechtheater
Schauspiel

Besetzungshinweis: Besetzung variabel

Aufführungsgeschichte:
UA: Anhaltisches Theater Dessau, 06.03.2026
Regie: Carolin Millner

In TTX seit: 02.10.2025

Was ist moralisches Handeln? Dieser Frage spürt das Stück von Jörn Klare anhand der Biografie des Architekten und Designers Franz Ehrlich nach. Ehrlich, geboren 1907 als Sohn einer Leipziger Arbeiterfamilie, studierte ab 1927 am Bauhaus in Dessau, war als KPD-Mitglied im antifaschistischen Widerstand tätig und wurde 1937 als politischer Häftling des NS-Regimes in das KZ Buchenwald eingeliefert. Als Zwangsarbeiter im dortigen Baubüro entwarf er u. a. das Lagertor mit der berühmten Inschrift »Jedem das Seine« sowie Möbel und Unterkünfte für die SS. Nach seiner Entlassung aus dem KZ 1939 war Ehrlich weiter für die SS tätig. Nach Kriegsende trat er in die SED ein, wurde 1954 geheimer Informant der Staatssicherheit und war bis zu seinem Tod 1984 in der DDR als Architekt und Designer tätig.
Bauhaus-Avantgardist, KPD-Mitglied und Widerstandskämpfer, KZ-Häftling, SS-Mitarbeiter, SED-Mitglied, Stasi-Informant, Architekt, Designer?! Franz Ehrlichs Lebensweg verläuft so wechselhaft wie widersprüchlich am Puls der deutschen Geschichte, von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis zur DDR. Jörn Klare spürt dem Leben Ehrlichs nach und ringt um die Einordnung einer widersprüchlichen und komplexen Biografie.
(Dr. Luise Vollprecht, Dramaturgin)

Jörn Klares Arbeit zu der Auseinandersetzung mit Franz Ehrlich wurde freundlicherweise durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen gefördert.

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