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Heckmanns, Martin

Mein Vater und seine Schatten

Sprechtheater
Schauspiel

Besetzung: 1H
Besetzungshinweis: Mind. 3 DarstellerInnne

Aufführungsgeschichte:
UA: Theater Münster
21.02.2020
Regie: Frank Behnke

In TTX seit: 06.01.2020

Noch bevor der spätere Stadtplaner, Landschaftsmaler und Wirtschaftspolitiker Michael Joseph Hermann in Martin Heckmanns’ neuem Stück gebo-ren wird, debattieren öffentliche Gespenster bereits über seine Bestimmung sowie über Perspektiven für den Wiederaufbau des Landes. Geboren am Ende des Zweiten Weltkriegs in Dresden, geflohen nach Bonn, durchläuft er staunend die Geschichte der Bundesrepublik: Er wächst mit deren Wirtschaft auf wundersame Weise schnell, erfährt historische Entscheidungen am kindlichen Leib, durchläuft als Student die Frankfurter Schule, gestaltet als Stadtplaner die Provinz des Landes, exportiert deutsche Technik ins Ausland und landet schließlich als alter Mann im Berlin der Gegenwart. Hier verhören ihn seine Enkel, wie es weitergehen könne.Von Stimmen und Zeitgeistern wird dieser deutsche Michael in rasender Geschwindigkeit durch sein Leben im Zug der Gesellschaftsgeschichte getrieben, ringt mit dem toten Vater, der schweigenden Mutter und mit einem abwesenden Gott. Er bittet Geistesgrößen um Lebenshilfe und rettet sich aus seinen Identitätskrisen in die Herstellung von Deutschlandbildern, die er beständig variiert und überarbeiten muss.
Martin Heckmanns skizziert einen großen historischen Bogen in einem Lebenslauf, sucht dabei nach Gründen für unsere Gegenwart und erzählt eine Ereignis- und Geistesgeschichte der BRD als grotesk bewegte Biografie einer von der Zeit zerrissenen Vaterfigur.

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