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Köck, Thomas

solastalgia

Sprechtheater
Schauspiel

Besetzungshinweis: Besetzung variabel

Aufführungsgeschichte:
UA: Schauspiel Frankfurt / Koproduktion mit dem Kunstfest Weimar
07.09.2022 (Kunstfest Weimar)
Regie: Thomas Köck

In TTX seit: 19.09.2022

Während Nostalgie auf die Vergangenheit gerichtet ist, beschreibt Solastalgie einen Gefühlszustand, der sich auf die Gegenwart oder die Zukunft bezieht. Geprägt wurde er 2005 von dem australischen Naturphilosophen Glenn Albrecht, um das Verlustgefühl von Menschen zu beschreiben, deren Heimat durch Zerstörung bedroht oder bereits verloren ist.
Die Solastalgie ist in Zeiten des Klimawandels, der zunehmenden Wetterextreme, des ungebremsten Rohstoffabbaus und des Artensterbens also ein Gefühl, das weltweit um sich greift. Der Wald ist der zentrale Ort im neuen Stück von Thomas Köck, durch ihn führt ein ehemaliger Förster, die Vollholzernter werden genauso präsent wie die Borkenkäfer, das Verstummen der Vögel und der stille Protest der Wurzeln. In diesen monokulturellen, importierten Nadelbaumlebensraum, der unter leisen Knackgeräuschen austrocknet, mischt sich die Präsenz des Vaters und seines nach einem Suizidversuch versehrten Körpers, eine andere Heimat also, die sich dem erzählenden Ich schleichend entzieht. Der Wald als schwächelndes Ökosystemdienstleistungsgebiet und der Vater als Schreiner mit Burnout, sind Teil desselben kapitalistischen Verwertungszusammenhangs, in dem aussortiert wird, was knackt und stöhnt und was vom System selbst zugrunde gewirtschaftet wurde.

Thomas Köck blendet diese beiden Denk- und Erzählstränge wie Landschaften ineinander und setzt sich dabei mit diesem neuen Verlustgefühl auseinander, das uns heimsucht, wenn wir begreifen, dass wir unser eigenes Habitat längst aufgegeben haben.

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