Ağal, Duygu
Paradies-Acker
Sprechtheater
Schauspiel
Besetzung:
2 Darst.
Aufführungsgeschichte:
UA: Düsseldorfer Schauspielhaus, 07.02.2026
Regie: Magdalena Heffner
In TTX seit: 02.10.2025
»Macht man das jetzt so? Rausgehen und sich neue Mütter aussuchen?« Cennet hat vier Kinder großgezogen, jetzt steht sie hier im Fitnessstudio und putzt, Jobcentermaßnahme. Wo andere Geld ausgeben, um ihre Körper fit und ewig jung zu halten, schuftet sie, um kaum dafür entlohnt zu werden. Aber sie bekommt etwas anderes: Raum für sich. Cennet will rauchen und Ruhe haben. Aber da taucht eine Nachtwächterin auf und bringt sie zu einer ganz anderen Maßnahme: laut über sich selbst nachzudenken. Das war in Cennets Leben bisher unmöglich, keine Zeit, keine Zugänge. Sie hat mit ihrer ganzen Kraft in ihre Kinder investiert, für sie hat sie geackert. Und jetzt ist sie weg, ihre Tochter, gebildet, queer, selbstbewusst und auf und davon.
Und Cennet? Allein. Das kann sie ihr nicht verzeihen, weil es ihr die eigene Identität als sorgende Mutter raubt – die einzige Identität, die sie sich bislang zugestanden hat.
Duygu Ağal erzählt in seinem Theaterdebüt von einer komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung, in der mehr beschwiegen als verhandelt wurde. Selten ging es ums Fühlen und Reden, man liebte sich still und machte weiter. Und so wird Liebe in dieser Beziehung zu einem Machtmittel und Gewalt zu einer Erziehungsmaßnahme. Und der Versuch, die eigene Geschichte zu erzählen, zu einem Befreiungsschlag. Ağal bringt eine Frauenfigur auf die Bühne, die uns dort so noch nicht begegnet ist: eine alt gewordene, türkische Arbeiterfrau, ambivalent in ihren Muttergefühlen, die ihre begrenzten Möglichkeiten genau kennt und weiß, wie man sich darin ein erträgliches Leben einrichtet. In ihr blüht eine raue, kantige, eigenwillig schöne Sprache, mit der sie die Dinge benennt, auf ihre Weise. Cennet will Gefühle verstehen und eine neue Tür öffnen. Das tut sie. Abgekämpft und aufrecht.
Und Cennet? Allein. Das kann sie ihr nicht verzeihen, weil es ihr die eigene Identität als sorgende Mutter raubt – die einzige Identität, die sie sich bislang zugestanden hat.
Duygu Ağal erzählt in seinem Theaterdebüt von einer komplizierten Mutter-Tochter-Beziehung, in der mehr beschwiegen als verhandelt wurde. Selten ging es ums Fühlen und Reden, man liebte sich still und machte weiter. Und so wird Liebe in dieser Beziehung zu einem Machtmittel und Gewalt zu einer Erziehungsmaßnahme. Und der Versuch, die eigene Geschichte zu erzählen, zu einem Befreiungsschlag. Ağal bringt eine Frauenfigur auf die Bühne, die uns dort so noch nicht begegnet ist: eine alt gewordene, türkische Arbeiterfrau, ambivalent in ihren Muttergefühlen, die ihre begrenzten Möglichkeiten genau kennt und weiß, wie man sich darin ein erträgliches Leben einrichtet. In ihr blüht eine raue, kantige, eigenwillig schöne Sprache, mit der sie die Dinge benennt, auf ihre Weise. Cennet will Gefühle verstehen und eine neue Tür öffnen. Das tut sie. Abgekämpft und aufrecht.
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