Infante, Manuela
Haare
(100% Peruvian-Amazonian Hair)
Sprechtheater
Schauspiel
Übersetzer:in(nen): Felicitas Arnold
Originalsprache: Englisch
Besetzungshinweis: Besetzung variabel
Aufführungsgeschichte:
UA: Schauspielhaus Bochum, 05.06.2024
Regie: Manuela Infante
In TTX seit: 02.10.2025
Die Schauspielerin ist Anfang 60, als sie plötzlich büschelweise Haare verliert. Ohne Widerstand stoßen sich die Haare von ihr ab, wie tote Schlangen liegen sie schlaff in ihren Händen. Der Verfall hat eingesetzt, die Zeit, sie ist der Killer. Oder ist sie doch krank? So jedenfalls kann sie ihre Rollen im Theater nicht mehr spielen, vor allem nicht die der Medusa oder die der Königsmutter. Sie wird aus dem Theaterbetrieb entfernt. Zuhause erwartet sie nichts, kein Kind, kein Hund, keine Pflanze. Ihre Wohnung ist ein leerer Ort. Was tun mit all dem Nichts? Sie entwendet ihre Perücke aus dem Theater, lässt sie sich im Perückenladen aufpeppen – doch man kommt ihr und ihren unechten Haaren schnell auf die Schliche. Nur was wirklich echt ist, zählt. Doch was und vor allem wer steckt in dieser Echthaarperücke eigentlich drin? Mit einem DNA-Test beginnt ein Trip durch die Geschichte der Herkunft und Tradition der Perücke, die von Eitelkeiten, Raub, Gewalt und Macht geprägt ist.
Manuela Infante, eine der aufregendsten Theatermacher:innen Südamerikas, fragt in ihrem Theaterstück »Haare« danach, wie viel wir wirklich über die Verstrickungen des globalen Handels wissen wollen. Gekonnt zoomt Infante in die Realität einer kulturhistorischen Nische, die unmittelbar mit der Frage nach Schönheitsidealen, Alter und Krankheit verwoben ist. Philosophisch, bildstark und poetisch schreibt Manuela Infante einen polyphonen Monolog für ein kollektives Gewirr, das endlich die Stimme erhebt.
Manuela Infante, eine der aufregendsten Theatermacher:innen Südamerikas, fragt in ihrem Theaterstück »Haare« danach, wie viel wir wirklich über die Verstrickungen des globalen Handels wissen wollen. Gekonnt zoomt Infante in die Realität einer kulturhistorischen Nische, die unmittelbar mit der Frage nach Schönheitsidealen, Alter und Krankheit verwoben ist. Philosophisch, bildstark und poetisch schreibt Manuela Infante einen polyphonen Monolog für ein kollektives Gewirr, das endlich die Stimme erhebt.
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