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Max, Sam

The Cold Reminder (OT)
Nach dem Roman »A Single Man« von Christopher Isherwood
(The Cold Reminder. After the Novel »A Single Man« by Christopher Isherwood)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer:in(nen): Milisavljević, Maria

Besetzungshinweis: 5 Spieler:innen

Aufführungsgeschichte:
UA: Uraufführung der Überschreibung am Deutschen Theater Berlin, 11.12.2026
Regie: Sam Max

In TTX seit: 28.09.2026

Ein besonderer Abend sollte es werden, nur zu zweit, Jim und George. George hat Geburtstag. Doch dann: die Leiche des Geliebten, mit 50 Messerstichen und einer toten Schlange im Hals. Ein Massaker.

»The Cold Reminder« — frei nach Christopher Isherwoods Roman »A Single Man« — folgt George, einem alternden Literaturprofessor, der 25 Jahre nach dem Mord an seinem Lebenspartner Jim Crush, Rockstar und queere Ikone, nicht loskommt von diesem Bild des Grauens. Der noch immer taumelt, wenn es um das eigene Überleben geht. Charlotte, Historikerin und Freundin, versucht Georges Zeugnis von damals für ihr Buch über den berühmten Jim zu sichern — doch das Gespräch wird zur dunkelsten Unterwasserreise, zur Exhumierung. Parallel dazu entblättert sich ein Thriller: Kenny, ein junger Student mit Brandnarbe im Gesicht, der nachts verschwindet und eine blutige Spur hinterlässt; Lois, seine Verlobte, die ahnt, was sie nicht wissen will. Eine Generation, die, — »too late to the party« — in einer Welt aufgewachsen ist, die sie nicht mehr tragen kann. Ein ungelöster Serienmord an queeren Menschen, den die Gesellschaft nicht mehr verfolgt, seit klar wurde, wen er trifft.

»The future – that’s where death is.«, so Christopher Isherwood in »A Single Man« 1964. Sam Max zeichnet klug angelehnt an die Vorlage, und doch ganz eigen, die unsichtbare Trauer des queeren Mannes in einer Gesellschaft nach, die seinen Verlust lieber totschweigt, als diesen auszuhalten – und zeigt damit schmerzhaft, wie wenig sich bis heute verändert hat.

Sam Max‘ Sprache ist präzise und scharf, Ellipsen wie Atemzüge, Schweigen als Aussagen. »The Cold Reminder« wechselt dabei zwischen Verhör, Tanz und Geisterspiel – und wird damit zu einem Requiem über strukturelle Gleichgültigkeit.

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