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Spregelburd, Rafael

Inferno

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Stefanie Gerhold

Besetzung: 2D, 2H

Aufführungsgeschichte:
UA: 25.2.2017 Vorarlberger Landestheater Bregenz, Regie: Steffen Jäger

In TTX seit: 15.02.2017

Felipe, ein Reisejournalist, erhält überraschenden Besuch von zwei bibelfesten Damen, die in heller Aufregung sind, weil der Vatikan die Hölle abgeschafft hat. Ein Vatikanmitarbeiter hat in Eigeninitiative per Mail
an einen Verteiler das Ende der Hölle verkündet, und basta. Jetzt wütet das Höllenvirus überall, selbst in der Sprache und sogar zwischen den Worten. Um den armen Felipe zu retten, wollen die besorgten Damen ihn die sieben Tugenden lehren, die drei christlichen Tugenden und die vier Kardinaltugenden. Denn Marlene und Berenice diktieren Filipe eine Geschichte, als deren Urheber sie den Namen Arturo Maldonado nennen. Sie dreht sich um Mathematikprofessor Pedro Sobral, der bei einer Razzia festgenommen, unter Folter willkürlich Namen von Tätern nennt. So geraten ein früherer Klassenkamerad oder der Kassierer im Supermarkt in die Hände von Erfüllungsgehilfen, die auf Anordnung ihrer Vorgesetzten ihre unschuldigen Opfer zu Tode quälen. Allerdings ist diese Geschichte ein Plagiat, denn Sobral hatte die Geschichte aus der Literaturbeilage der auflagenstärksten Tageszeitung abgeschrieben. Das Plagiat fliegt auf, und Felipe findet sich plötzlich als Protagonist in dieser vielfach verschachtelten Geschichte wieder.

Rafael Spregelburds Inferno erzählt in »Sieben Gesängen«, die thematisch um die christlichen und die Kardinaltugenden kreisen und dabei rasch vom Kurs abkommen, von der Kraft der Fiktion, aber auch von der Lüge, dem Missbrauch, der Unterdrückung, den schmutzigen Kriegen, die die Militärdiktaturen Lateinamerikas gegen ihr eigenes Volk führten.

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