Höll, Wolfram
OST
Sprechtheater
Schauspiel
Besetzung:
3D,
2H
Besetzungshinweis: Besetzung variabel
Aufführungsgeschichte:
UA: Schauspiel Leipzig, 11.12.2026
Regie: Thirza Bruncken
In TTX seit: 28.09.2026
»OST« sind drei weiße Buchstaben auf einem blauen Aufnäher, die die Mädchen aus der Sowjetunion im Munitionslager in Coswig / Anhalt als Ost-Arbeiterinnen ausweisen. Sie, die in der Schule die Internationale singen oder sich davor drücken würden, Schillers Handschuh vorzutragen, werden in Zügen deportiert, Halt in Coswig / Anhalt.
Die beliebte Lehrerin wird als Jüdin erschossen. Wolfram Höll spannt in »OST« einen geografischen Bogen von der Sowjetunion nach Ostdeutschland, einen zeitlichen Bogen von den Hungersnöten der 1930er-Jahre in der Ukraine unter Stalin über die frühen Jahre der DDR bis zur Gegenwart. Er skizziert das Leben junger Frauen: Mascha, Tonja, Olja als Zwangsarbeiter:innen, Hilda, Erika, Edith, die drei von der Flak, als Freiwillige im Krieg. Oder Bärbel, Musterschülerin in der DDR, die Schillers Handschuh fehlerfrei rezitiert, später in der Sowjetunion studieren darf – wo die gigantische Pipeline »Druschba« entsteht, an der Schlagerstar Frank Schöbel zur Erheiterung der Arbeiter:innen den »Partytwist« gibt. Nach der Wende wird Bärbel bei den Linken in Bonn Karriere machen. Bärbels Tochter frisst sich, angeleitet durch Podcast RoxAna, durch Berge von Wissen und Essen – um es im gewünschten Moment wieder rauszulassen. Dann beginnt die russische Invasion der Ukraine, und eine junge Ukrainerin macht sich wieder auf den Weg nach Westen: nach Ostdeutschland.
Wo beginnt der Osten? »OST« ist Himmelsrichtung, ist Zuschreibung, »OST« bildet Persönlichkeit und Identität. Wolfram Höll montiert mit seinem musikalischen, hoch poetischen Verfahren historische Momente, arbeitet dokumentarisch und greift auf Erzählungen der eigenen Familie zurück. Der historische Raum von 1933 bis 2026 wird zum Resonanzraum für wiederkehrende Motive, für Geschichte, die durch die Körper geht, für transgenerationell vererbte Erfahrungen. Ein neues Stück aus dem Kosmos Höll, ein Reflexionsraum über ein faszinierendes Etikett, das manche raustrennen möchten, andere gerne tragen: OST.
Die beliebte Lehrerin wird als Jüdin erschossen. Wolfram Höll spannt in »OST« einen geografischen Bogen von der Sowjetunion nach Ostdeutschland, einen zeitlichen Bogen von den Hungersnöten der 1930er-Jahre in der Ukraine unter Stalin über die frühen Jahre der DDR bis zur Gegenwart. Er skizziert das Leben junger Frauen: Mascha, Tonja, Olja als Zwangsarbeiter:innen, Hilda, Erika, Edith, die drei von der Flak, als Freiwillige im Krieg. Oder Bärbel, Musterschülerin in der DDR, die Schillers Handschuh fehlerfrei rezitiert, später in der Sowjetunion studieren darf – wo die gigantische Pipeline »Druschba« entsteht, an der Schlagerstar Frank Schöbel zur Erheiterung der Arbeiter:innen den »Partytwist« gibt. Nach der Wende wird Bärbel bei den Linken in Bonn Karriere machen. Bärbels Tochter frisst sich, angeleitet durch Podcast RoxAna, durch Berge von Wissen und Essen – um es im gewünschten Moment wieder rauszulassen. Dann beginnt die russische Invasion der Ukraine, und eine junge Ukrainerin macht sich wieder auf den Weg nach Westen: nach Ostdeutschland.
Wo beginnt der Osten? »OST« ist Himmelsrichtung, ist Zuschreibung, »OST« bildet Persönlichkeit und Identität. Wolfram Höll montiert mit seinem musikalischen, hoch poetischen Verfahren historische Momente, arbeitet dokumentarisch und greift auf Erzählungen der eigenen Familie zurück. Der historische Raum von 1933 bis 2026 wird zum Resonanzraum für wiederkehrende Motive, für Geschichte, die durch die Körper geht, für transgenerationell vererbte Erfahrungen. Ein neues Stück aus dem Kosmos Höll, ein Reflexionsraum über ein faszinierendes Etikett, das manche raustrennen möchten, andere gerne tragen: OST.
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