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Berkoff, Steven / Kafka, Franz

Die Verwandlung
(Metamorphosis)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Schmidt, Tobias

Werkangaben: Bühnenadaption der gleichnamigen Erzählung von Franz Kafka
Besetzungshinweis: 2 D, 4-6 H / 1 Dek.

Aufführungsgeschichte:
UA July 1969 Round House, London

In TTX seit: 04.07.2019

Im Mittelpunkt steht der Vertreter Gregor Samsa, der für den Lebensunterhalt seiner Familie sorgt. Er wacht eines Morgens auf und entdeckt, dass er sich über Nacht in ein riesiges Ungeziefer verwandelt hat. Seine Eltern und die Schwester, die er bisher versorgt hat, wenden sich von ihm ab und sperren ihn in der Wohnung in einem Hinterzimmer weg. Hilflos und nahezu unfähig sich zu bewegen, denkt er über Abhängigkeiten und Unzulänglichkeiten seines Daseins nach. Verunsichert erlebt er seine fortschreitende Verwandlung. Der körperlichen Metamorphose folgt die psychische. Gregors menschliche Züge verblassen, bevor er einsam stirbt.

Kafka erzählt den größten Teil der Erzählung aus der Sicht von Gregor und entsprechend auch Berkoff. Während des gesamten Stückes sieht der Zuschauer Gregor, auch wenn seine Familie dies nicht kann und nur der Zuschauer allein wird in seine Gedanken und Gefühle eingeweiht.

Wie bei allen Stücken und theatralischen Adaptionen von Berkoff ist das Bühnenbild minimal und präzise beschrieben. Es gibt keine Requisiten außer drei Hockern; alles andere wird nachgeahmt. Das Haus der Samsas ist nur durch ein Gerüst gekennzeichnet, das die Bühne in Form eines Rieseninsekts überspannt. Gregor, in seinem Hinterzimmer, ist für das Publikum im hinteren Teil der Bühne, auf einer erhöhten und rampenförmigen Plattform, ständig sichtbar.

Gregor zu spielen erfordert ein außerordentliches Maß an körperlicher Stärke und Beweglichkeit, denn Berkoff lässt ihn die Form eines Insekts annehmen - das Gerüst klettern, von den Wänden und der Decke hängen. Dabei gibt er Kafkas bizarrer Vision Form und Gestalt, und Gregor - und seine Zwangslage - werden dadurch viel realer und tragischer.

Anstatt ein Produkt der beunruhigenden Phantasie eines Schriftstellers zu sein, ist er aus Fleisch und Blut, und seine anschließende Ablehnung, Auflösung und Resignation sind schmerzhaft mitzuerleben.

Berkoffs Bühnenadaption verleiht Gregor aber nicht nur ein menschliches Gesicht, sondern entdeckt auch den unerwarteten Humor der Erzählung wieder.

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