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Massini, Stefano

Eichmann - wo die Nacht beginnt
(Eichmann – dove inizia la notte)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer: Heymann, Sabine

Dekorationshinweis: 1 Dekoration
Besetzung: 1D, 1H

Frei zur DSE

In TTX seit: 30.04.2021

Der Text ist ein einziger Akt schockierender Einfachheit, ein fiktives Interview der Philosophin, Schriftstellerin und Politikwissenschaftlerin Hannah Arendt mit demjenigen, der am meisten die Umsetzung von Gewalt in Berechnung, in Gestaltung, in ein wirksames Schema verkörpert. 1960 wurde Adolf Eichmann, der die Ausrottung von Millionen von Juden geplant, strukturiert und damit möglich gemacht hatte, in Argentinien verhaftet und in Israel vor Gericht gestellt. Stefano Massini schöpft aus den Protokollen der Verhöre in Jerusalem, aus den Gerichtsverhandlungen, aus der deutschen und jüdischen Geschichtsschreibung, sowie aus Arendts Essays und schafft daraus diesen intensiven theatralischen Dialog grausamer, beispielloser Macht.

Eichmann rekonstruiert alle Passagen seiner überwältigenden Karriere mit Hitler und Himmler wie nie zuvor. Von einer Beförderung zur nächsten wird in einem Crescendo aus Anerkennung und Einkommen langsam das Bild der Endlösung aufgebaut, das hier in seinem elementarsten Aspekt einer riesigen Organisationsmaschine beschrieben wird: Wie wurde mit Gas experimentiert? Wann wurde der Beginn der Vernichtung entschieden? Wie wurde der Schrecken von Auschwitz tatsächlich bewältigt? Und es eröffnet sich Schritt für Schritt eine überraschende Perspektive: Eichmann das Monster, kommt als erschreckend durchschnittlicher Mann daher. Und genau hier nimmt schließlich das Böse Gestalt an: in der alltäglichsten und unvermuteten menschlichen Kleinheit.

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