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Labiche, Eugène

Zwei goldige Papas oder Jugendsünden freuen länger
(Deux papas très-bien ou La grammaire de Chicard)

Sprechtheater
Einakter, Komödie

Übersetzer: Rainer Kohlmayer

Werkangaben: Komödie in einem Akt mit Liedern
Dekorationshinweis: 1 Dekoration
Besetzung: 1D, 5H

Bstnr/Signatur: 1021

In TTX seit: 23.04.2021

Das Stück bezieht seine Komik teils aus dem gegensätzlichen „Habitus“ der beiden Vaterfiguren, teils aus Slapstick-Situationen und Sprachkomik, musikalisch garniert mit sechs kabarettistischen Liedern.
„Papa“ Poupardin hatte vor 26 Jahren ein bizarres Liebesabenteuer in dem Städtchen Châtellerault, wie er seinem dortigen Gastgeber Tourterot gesteht; irgendwo muss es einen Sohn von ihm geben. Er selbst ist ein etwas weltfremder Gelehrter mit umständlich-altmodischer Bildungs-Sprache. Er will zusammen mit seiner Tochter Camille angeblich eine Immobilie besichtigen, in Wirklichkeit aber einen potentiellen Heiratskandidaten auskundschaften, den jungen Arzt César, Sohn des Witwers Tourterot.
„Papa“ Tourterot wiederum hat sich vom wilden Party-Leben seines in Paris Medizin studierenden Sohnes César so beeindrucken lassen, dass er sich dessen „moderne“ Pariser Jugendsprache angewöhnte. Die Eheanbahnung der unterschiedlichen Väter wird schnell zum Fiasko, weil Tourterot den Besuchern allzu ordinär vorkommt und für den Sohn noch Schlimmeres befürchten lässt. Der örtliche Anwalt Gélinotte, der schon einmal erfolglos um Camille angehalten hatte, bietet sich als Heiratskandidat an, zumal er deren stattliche Mitgift dringend benötigt. Als endlich Tourterots Sohn César mit Verspätung aus Paris eintrifft, stellen Poupardin und Tochter Camille fest, dass der junge Arzt keineswegs dem wüsten Bild entspricht, das der Vater von ihm skizziert hatte: Er hat sich inzwischen in einen verantwortungsvollen Arzt mit tadellosen Umgangsformen verwandelt.
Doch jetzt setzt sich eine neue komische Mechanik in Bewegung: Das Bild auf Tourterots Tabakdose, das angeblich seine verstorbene Frau porträtiert („Hammerweib“), wird von Poupardin als die schöne Unbekannte von damals erkannt, womit César sein verschollener Sohn sein könnte. Aber im turbulenten finalen Galopp erkennt Advokat Gélinotte in dem Bild seine Mama. Die rasante Schlussphase des Stückes ist ein slapstickhaftes Karussell aus Vatergefühlen, Ohnmachtsanfällen und Missverständnissen – und endet mit der Schluss-Strophe: „Hat’s den Zuschauern gefallen? / Oder werdet Ihr uns schelten, / weil wir das Niveau verfehlten? / Lassen wir den Vorhang fallen!“
Die Übersetzung zeigt unter anderem die Modernität Labiches, der soziale Welten und Generationsunterschiede mit spitzer Feder herausarbeitet und daraus die Funken des Humors sprühen lässt. Labiches heitere Diagnose der Bourgeoisie macht ihn zum unterhaltsamen Zeitgenossen, sobald man ihn in Gegenwartssprache transponiert: 45 bis 60 Minuten intelligentes Lachtheater.
Es handelt sich um die erste deutsche Übersetzung des Stückes. Ähnlichkeiten mit zeitgenössischem Jargon und heutigen Charakteren ergeben sich ebenso zufällig wie zwangsläufig.

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