<
Desch, Otmar (Komponist)
Heymann, Volker (Autor)

Till Eulenspiegel
(Till Eulenspiegel)
eine Posse mit Musik

Musiktheater
Freilicht, Märchen, Musical

Zusatzinformation: Normalerweise kennt man Till Eulenspiegel als einen lustigen netten Spaßmacher, der mit den Leuten seinen Schabernack treibt. Doch diese Version von Volker Heymann ist kein gefälliges „Lustige-Streiche-Stück“! Ursprünglich wurde Till nämlich (dem harten Leben des Mittelalters entsprechend) als derber Haudegen portraitiert, der sich mit grenzwertigen Methoden für jegliche Art von Bevormundung und Erniedrigung rächt.
Dem wird in diesem Stück Rechnung getragen, indem die raue Welt des Mittelalters augenzwinkernd zum Leben erweckt wird - in Sprache und Spiel – so dass Kinder wie Erwachsene gleichermaßen fasziniert und amüsiert das turbulente Treiben auf der Bühne verfolgen.
Bstnr/Signatur: till-eulenspiegel/
Dauer: abendfüllend

In TTX seit: 02.07.2019

Die Idee war, aus der allseits bekannten Figur Till Eulenspiegel und seinen „Streichen“ ein Stück zu entwickeln, das mit einfachsten Mitteln und minimaler Besetzung (drei Schauspieler und ein Musiker bzw. Geräuschmacher) funktioniert. Es sollte mobil sein und auf öffentlichen Plätzen ein lustiges freches Spektakel für Jung und Alt bieten. Es gibt einen Schauspieler, der den Till verkörpert und zwei weitere, die in wechselnden Rollen alle Gegenspieler in den einzelnen Streichen übernehmen. Diese Gegenspieler könnte man natürlich alle mit einzelnen Schauspielern besetzen, sodass das Stück auch mit acht oder mehr Darstellern zu spielen wäre.

Das Anliegen war gleichzeitig, die Derbheit, die Till in der Urfassung von 1510 besessen und das Leben von damals geprägt hat, in der Sprache und im Spiel mit anklingen zu lassen. So wird beispielsweise die Geldgeilheit der Wirtin oder die Dekadenz der Obrigkeit in drastischer slapstickhafter Art überhöht dargestellt. Des Öfteren wird dabei eine Brücke zu den Wunderlichkeiten der Gegenwart geschlagen. („Seit 650 Jahren bin ich nun tot – warum leb ich nicht jetzt? Ich Vollidiot!“)

Dieses Stück ist zum einen, was der Zuschauer erwartet: Die Umsetzung der bekannten Streiche in Episodenform, zum anderen bietet es etliche Überraschungen:
Zum Beispiel provokante Wortspielereien zu gesellschaftlichen Phänomenen:

Wirtin: “Was ist das, ein „Finanzberater“?
Till: „Fi-nanzberater“ kommt von “Vieh”. Ich berate Rindviecher, Ochsen, dumme Kühe und Zicken. Ich berate auch Parasiten, aber am liebsten Wirte!”

Außerdem bietet das Stück einen zusätzlicher Thrill:
Zwei Wachen des imaginären Fürsten haben den Auftrag, diesen Störenfried Till dingfest zu machen, so dass die ganze Handlung eingebettet ist in eine Verfolgungsjagd, in der die beiden Häscher in einer Art „Dick-und-Doof-Team“ zwischendurch immer wieder auftauchen und das Publikum pseudobedrohlich in die Mangel nehmen.

Die einzelnen Lieder sind schlicht und jahrmarktmäßig durchdrungen (außer der musikalischen Selbstdarstellung des Till, die recht verspielt gestaltet ist und seinen Rap gegen Ende).

Song Nr. 1: Der Opening-Song:
eine musikalische Ankündigung mit lautem Trara. Die Zuschauer werden zirzensisch begrüßt, auf die Bühne fokussiert und auf den Auftritt der Hauptfigur vorbereitet

Song Nr. 2 und 3: Die Charakterisierung der Hauptfigur Till:
eine komplexe musikalische „Wundertüte“, bei der Till seine ungeschminkte Art einführt und augenzwinkernde Bezüge zur Gegenwart herstellt (Ich lebte hier im Mittelalter, da gab’s noch keine Elektroschalter“)

Song Nr. 4: Eulen und Meerkatzen:
ein eingängiger Refrain im Wechsel mit der rhythmisch erzählten gereimten Geschichte, wobei die Handlung durch eine einfache Choreographie der Schauspieler angedeutet wird

Song Nr. 5: Moritat „Als Eulenspiegel nach Stendal kam“
Hierbei wird die bekannte Schautafel, auf der das Geschehen in gemalten Bildern üblicherweise illustriert ist, durch lebendige Bilder ersetzt, indem die Schauspieler in Freeze-Positionen die gesungenen Handlungsschritte verkörpern.

Song Nr. 6: Rap über Tills übermütigen Charakter
Till rappt in cooler Rapper-Art über seine Lebenssituation. Die typische Rap-Reimform wird durch z.T. absurde Zusammenhänge einerseits bedient und gleichzeitig karikiert.

Schockschwerenot!
Ich bin für die Leute ein Exot
wenn die mich sehen, sehn die rot,
wie bei einer Ampel
doch bin ich kein Hampelmann,
der mit viel Getrampel …

Song Nr. 7: Das Finale
Das gemeinsame Schlusslied, das die Jahrmarktstimmung wiederaufleben lässt. Hier wird das Publikum verabschiedet und ermuntert, hin und wieder auch mal die Sau rauszulassen.

Werk auf Homepage des Verlags

Wenn Sie sich als Nutzer registrieren, können Sie hier online Ansichtsexemplare beim Verlag bestellen.


Vertrieb:

CANTUS Theaterverlag
Grauwiesenstraße 2
73569 Eschach
Telefon: 0049 (0) 7175 30 92 46
Telefax: 0049 (0) 7175 91 91 17
cantus@cantus-verlag.com
www.theaterverlag-cantus.de
Mitglied im VDB

Verlagsportrait auf theatertexte.de
Bezugsbedingungen des Verlags