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Rüsen, Inga

MESSI
(MESSI)

Sprechtheater
Schauspiel, Tragödie

Besetzungshinweis: Karl Fischer:
Gutmütiger, umgänglicher Kumpel, ziemlich phlegmatisch und bequem, dem es an Willenskraft fehlt, sein Leben zu strukturieren und Ordnung zu halten. Er geht Konflikten aus dem Weg und will eher Ruhe und Frieden , Geselligkeit und sein Pülleken Bier trinken. Er kann sich durchaus artikulieren und geht unaufgeregt seiner Arbeit nach, ist bescheiden und sparsam – daher will er auch Wertstoffe und Pfandflaschen aufbewahren und den Pfand einlösen. Er zeigt sich als nachgiebiger, liebevoller Vater, der auch zu Opfern bereit ist oder als kleiner Held, als er Ala verteidigen will und später nach ihr sucht. Erst viel zu spät lernt er gegenüber seiner Frau Steffi seine Interessen zu wahren und Konflikte auszuhalten. Sie hatte seinen Alltag bestimmt und geordnet , und als sie ihn verlassen hat, bricht die Ordnung und das für ihn strukturierte Leben zusammen. Er wird krank, verkommt in seinem Müll und fast wäre er als solcher geendet.
Steffi, seine Noch-Frau:
Sie hat zwei Jahrzehnte lang Haushalt und Kinder und ihren trägen Karl versorgt und geleitet und hinter ihm hergeräumt. Und sie ist diese ewige Unordnung, das Wegräumen seiner Sachen so leid, dass sie zunehmend aggressiv und unwillig geworden ist. Hinzukommt dass sie den Unfalltod ihrer kleinen Tochter , die vor ein Auto rannte, als sie noch eben aufräumte, nicht verwinden kann und Karl mit seiner Unordnung dafür verantwortlich macht. So bietet ihr die Liebe zu ihrem neuen Freund Georg die Möglichkeit endlich aus diesem unglücklichen Leben auszusteigen. Diese ergreift sie nun energisch und mit zielgerichteter Rücksichtslosigkeit: sie zieht aus mit den besten Haushaltsgegenständen und lässt Karl nur den miesen Rest zurück, sie versucht noch Unterhaltszahlungen von ihm zu bekommen, und überlässt Karl alleine die finanzielle Versorgung des studierenden Sohnes, um den sie sich auch nicht mehr kümmert. Sie hat so viele Abwehrmaßnahmen, Agressionen und Strategien gegen Karl aufgehäuft, dass sie ohne Mitleid nach der Scheidung die Wohnung räumen und verkaufen lässt, und Karl damit seine Bleibe und den letzten Halt nimmt. Mit den Konsequenzen bleibt sie alleine zurück.
Alex, der Sohn beider:
Netter, umkomplizierter Student, der erkennt, dass er für den gewählten Studiengang nicht geeignet ist , einen neuen beruflichen Weg zielstrebig einschlägt und sich alles ohne Nachdenken und Skrupel von seinem gutmütigen Vater finanzieren lässt. Jugendlich unbekümmert nutzt er zwar seinen Dad aus, aber er lässt ihn nicht im Stich und kümmert sich um ihn – ganz im Gegensatz zu seiner Mutter, die dem alten Leben und seinen Personen den Rücken gekehrt hat.
Cornelia, dessen Freundin
Berthold, Karls Freund
Beate, Steffis Freundin
Georg, Steffis Freund
Ala, Asylbewerberin aus dem Kongo:
Junge Kongolesin, die als Opfer die Greueltaten der Interahamwe Söldner überlebt hat und geflohen ist. Sie ist davon stark traumatisiert, hat aber gelernt sich durchzuschlagen und ständig wachsam ihr Überleben zu organisieren. Sie erkennt Karls Situation , beginnt sich mit ihm zu arrangieren, bis er versucht sich ihr zu nähern, woraufhin sie in Panik flüchtet.
Anwältin
Afrikaner 1, Asylbewerber aus Ruanda
Afrikaner 2, Asylbewerber aus Ruanda
Afrikaner 3, Asylbewerber aus dem Kongo
2 Müllwerker

Zusatzinformation: Dramolett. Wie ein harmloser träger Mann in einen Strudel aus eigenen Schwächen, familiärer und sozialer Misere und zeitgeschichtlichen Problemen gezogen wird und untergeht. Es besteht aus drei kurzen Akten und spielt in der Jetztzeit.
Bstnr/Signatur: messi/
Dauer: abendfüllend

Frei zur UA

In TTX seit: 02.07.2019

Nachdem ihn seine Frau Steffi verlassen hat, lässt Karl Fischer seiner Trägheit und Unordnung freien Lauf, verkommt zusehends und verfällt in depressive Stimmungen und exzessiven Bierkonsum, Er verliert zudem seinen Job und kann nur mit Mühe die Darlehensraten für die Wohnung aufbringen, unterstützt aber gutmütig weiterhin seinen Sohn Alex, obwohl dieser sein Studium aufgegeben hat und jobbt.

Ein Hoffnungsschimmer glimmt für ihn auf, als er die afrikanische Asylbewerberin Ala bei sich aufnimmt und versteckt, nachdem er sie vor den Attacken afrikanischer Landsleute gerettet hat. Ala hat ihre Angreifer als Mitglieder der berüchtigten Interahamwe Söldnertruppe identifiziert und fürchtet deren Rache. Durch ihre Erlebnisse ist sie stark traumatisiert reagiert panisch und flüchtet, als Karl unbeholfene Annäherungsversuche macht.

Seine Suche nach ihr lockt Alas Verfolger auf seine Spur und schließlich in seine Wohnung. Steffi hat nach erfolgter Scheidung erwirkt, dass die Wohnung geräumt und verkauft wird, woraufhin Karl einen Herzanfall erleidet und stirbt, Er konnte noch erfahren, dass Ala lebt. Alex findet seinen toten Vater im Sperrmüll.

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