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Weiss, Peter

Der Prozeß

Sprechtheater
Schauspiel

Werkangaben: Stück in zwei Akten nach dem gleichnamigen Roman von Franz Kafka
Besetzung: 6D, 24H
Besetzungshinweis: Nebenrollen

Publikation: Werke in sechs Bänden, Band 6, Dramen, 1991
Zusatzinformation: Anmerkung: Neufassung 1976 aufgrund der Göteborger Aufführung

Aufführungsgeschichte:
UA: Theater Bremen und Krefeld 28.5.1975 Regie: Helm Bindseil und Joachim Fontheim

In TTX seit: 27.03.2001

Am Tag seines 30. Geburtstages wird Bankprokurist Josef K. von zwei Gerichtswächtern verhaftet. Den Kuchen, den die Pensionswirtin für ihn gebacken hatte, verspeisen die drei Gehilfen der Wächter, Rabensteiner, Kullich und Kaminer, die sich ebenfalls Eintritt in K.s Zimmer verschafft haben. Was K. zunächst für einen Scherz hält, hat er sich doch nichts vorzuwerfen, entpuppt sich als absurder Ernst: Ein Jahr später, am Tag seines 31. Geburtstages und nach Verhandlungen vor einem dubiosen Gericht in der Vorstadt, wird K. hingerichtet. Der Bankangestellte K., der ewige Spießer und Karrierist, hatte diesem Prozess nichts entgegenzusetzen, er unterwarf sich der Obrigkeit, die ihn in diesem undurchschaubaren Spiel zerstörte.

Peter Weiss verlegt Franz Kafkas »Der Prozess« in seiner Bühnenfassung, die von Ingmar Bergman angeregt worden war, in die Zeit von Juli 1913 bis Juli 1914: Der österreichische Thronfolger ist in Sarajevo ermordet worden, der 1. Weltkrieg steht vor der Tür. Die Bühnenfassung, die sich sonst eng an Sprache und Erzählbogen von Kafka hält, bekommt mit diesem zeitlichen Zugriff und der Stärkung der Figur des Hauptmanns, der die Welt des Militärs, des Drills und des Krieges verkörpert, größere Konkretion. Was dem Prokuristen K. zusetze, was ihn schließlich umbringe, so Peter Weiss, komme allerdings »aus den Regionen der starren Beengungen, der Gesetze und Wahnvorstellungen, die vom Bürgertum geschaffen wurden. Die Menschen in seiner nächsten Umgebung, deren Beurteilung er ausgesetzt ist, sind Kleinbürger.«

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