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Doris Wagner

Nicht mehr ich

Sprechtheater
Schauspiel

Bearbeiter: Rolf Heiermann

Dekorationshinweis: Wechseldek.
Besetzung: 4D, 3H

Dauer: abendfüllend

Frei zur UA

In TTX seit: 03.03.2020

DORIS, eine junge Frau kurz vor dem Abitur, wächst in einer stark religiös orientierten Familie auf, die zum Katholizismus konvertiert ist. Anstelle wie ihre Schulkameraden in die Disco zu gehen, verbringt sie ihre Freizeit in der Kirche. Noch während ihrer Schulzeit besucht sie verschiedene Orden, da sie fühlt, es ist ihre Bestimmung, Nonne zu werden.
Als sie zufällig SR OTTILIE kennenlernt, eine Ordensfrau, die keinen Habit trägt und dem Orden DIE KÖNIGSFAMILIE angehört, bei dem Schwestern und Priester zusammen leben, ist sie begeistert. SR OTTILIE lädt sie ein, das Mutterhaus der KÖNIGSFAMILIE in Österreich zu besuchen. Dort wird sie überaus herzlich empfangen. Beeindruckt von der Fröhlichkeit und wie sie meint, Weltoffenheit des Ordens, der über Europa bis hin nach Jerusalem verteilt ist und dem der Papst nahe steht, entscheidet sie sich, sich ihm beizutreten. Er ist genau das, nachdem sie gesucht hat.
Bald schon kippt die vermeintliche Weltoffenheit des Ordens in rigide Bevormundung, in der DORIS mehr und mehr von sich selbst aufgeben muss. Sexuelle Übergriffe an weiblichen Mitgliedern werden - bis heute - nicht geahndet, sie gehen nach Meinung der Ordensleitung durchwegs auf deren anstößiges Verhalten zurück. Die Glaubensgemeinschaft selbst wird zum Abgrund: offenbart sie doch Ähnlichkeiten mit Sekten, in der einzelne gebrochen werden, um in der Willkür der streng hierarchischen Gemeinschaft überleben zu können.
Doris Wagner ist promovierte Theologin, sie lebt heute mit Ihrem Mann und Kind in Deutschland. Ihr Roman NICHT MEHR ICH – Die Geschichte einer jungen Ordensfrau basiert auf eigenen Erlebnissen, wurde Spiegel-Bestseller und löste eine internationale Diskussion über Missbrauch in der Kirche aus. Im Oktober 2019 war Doris Wagner bei Ophra Winfrey zu Gast, die Verfilmung des Romans ist in Vorbereitung (Lucky Bird Pictures GmbH). Die Bühnenbearbeitung von Rolf Heiermann erzählt entlang dem Roman über Idealismus und Machtstrukturen in einer Kirche, die sich vehement der Erneuerung verweigert.

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