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Melquiot, Fabrice

Sex ist eine geisteskranke Zeit- und Energieverschwendung
(Faire l'amour est une maladie mentale qui gaspille du temps et de l'énergie)

Sprechtheater
Schauspiel

Übersetzer:in(nen): Almuth Voß

Dekorationshinweis: 1 Dekoration
Besetzung: 3H

Aufführungsgeschichte:
U: 13.01.2009 Théâtre Les Ateliers, Lyon (Regie: Gilles Chavassieux)
Frei zur DSE

In TTX seit: 06.10.2010

Drei Polizisten in einer kleinen Wohnung. Ex-Polizisten eigentlich: Bernard, der Älteste, ist frisch pensioniert. Thierry, 40, hat gekündigt. Und Alban, der Jüngste, ist auf unbestimmte Zeit suspendiert. Während seiner Streife ist ein Mann ums Leben gekommen - wie, darüber schweigt Alban sich aus. Was die drei an Privatleben hatten, hat den Job nicht überlebt. Das Bier im Kühlschrank, die Tierfilme im Fernsehen, der Streit ums Einkaufen täuschen kaum darüber hinweg, dass ihr Zusammenleben wenig mehr bietet als "funktionale Räume für alleinstehende Männer", in denen die Normalität auf so verzweifelte wie lächerliche Weise aufrechterhalten wird. Jeder maßregelt den anderen und hält ihn an seinem Platz, auch wenn jeder sich nach dem Ausbruch sehnt. Zwar sucht Bernard die Liebe oder wenigstens schnellen Sex in Kontaktanzeigen, träumt Alban gegen jede Vernunft immer noch von einer großen Polizeikarriere und flüchtet Thierry sich regelmäßig ins Theater. Doch zu mehr ist keiner von ihnen fähig. Keiner kommt ohne die anderen aus, keiner kann sich den anderen entziehen. Und als Alban schließlich gezwungen wird, offen zu legen, was am Tag seiner Suspendierung wirklich geschah, fügt sich die Kette kleiner ritueller Demütigungen, die schließlich zum Tod eines Menschen führte, nur allzu glatt in die alltäglichen Mechanismen von Einschüchterung und Autorität.
Ganz auf seine drei Figuren konzentriert, ist "Sex ist eine geisteskranke Zeit- und Energieverschwendung" dennoch hoch politisch in seiner Darstellung eines Systems, in dem die Staatsgewalt die Unsicherheit, die sie bekämpfen soll, noch befördert und dabei ihre Angestellten ebenso deformiert wie die Gesellschaft insgesamt.

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